Die ehemalige Harzer Zahnradbahn

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Dampflok der Harzer Zahnradbahn
Eine der Dampflokomotiven der Harzer Zahnradbahn
Die im Zeitraum von 1884 bis 1886 von der H.B.E. AG erbaute Rübelandbahn zwischen Blankenburg und Tanne nutzte weltweit erstmalig auf insgesamt elf Teilabschnitten die neu entwickelte Zahnstange des "Systems Abt". Dabei überwand die Bahn die Geländeunebenheiten auf weiten Strecken mit den bewährten Mitteln einer normalspurigen Adhäsionsbahn. Bei stärkeren Steigungen kam außerdem eine in der Mitte zwischen den Schienen eingelegte Zahnstange zum Einsatz.

Die Zahnradlokomotiven besaßen einen Doppelmechanismus, d.h., sie hatten zwei Maschinen unter einem Kessel. Eine davon war eine gewöhnliche Maschine und die andere eine Zahnradmaschine. Beide konnten völlig unabhängig voneinander arbeiten.

Die dreiteilige Zahnstange der Rübelandbahn wurde von der in Dortmund ansässigen "Union Actien-Gesellschaft für Bergbau-, Eisen- und Stahl-Industrie" hergestellt und eingebaut. Insgesamt wies die 27,2 Kilometer lange Eisenbahnstrecke 11 Zahnstangenabschnitte mit Steigungen zwischen 1:40 und 1:16,66 auf. Alle Zahnstangenstrecken waren zusammen 6632 Meter lang - wobei der kürzeste Abschnitt 285 Meter und der längste 1550 Meter maß.

Weniger als 20 Prozent der im Jahre 1886 fertiggestellten Bahnstrecke verliefen horizontal. 21,86 Kilometer der außerdem recht kurvenreichen Bahnlinie entfielen auf Abschnitte mit Steigungen. Auf der Fahrt von Blankenburg nach Tanne mußte eine Lokomotive der Rübelandbahn 455 Meter bergauf und 193 Meter bergab fahren, so daß sie am Ende mehr als 260 Meter an Höhe gewonnen hatte.

Im Jahre 1920 kamen auf der Rübelandbahn die leistungsstärkeren Dampfloks der "Tierklasse" zum Einsatz. Der Zahnstangenbetrieb konnte somit ab diesem Zeitpunkt aufgegeben werden.

 


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Weitere Informationen:
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