Die Burgruine Erichsburg

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Burgruine Erichsburg
Mauerreste auf dem Gelände der Burgruine Erichsburg
Die Ruine der Erichsburg steht im Unterharz in einem ausgedehnten Waldgebiet zwischen den Orten Friedrichsbrunn und Siptenfelde an der Wanderroute, welche den Wegen der deutschen Kaiser und Könige des Mittelalters folgt. Ihr Standort ist der Erichsberg, ein unscheinbarer Nebengipfel des Rambergs. Der Erichsberg befindet sich etwa zwei Kilometer südwestlich der Viktorshöhe, dem höchsten Punkt des Rambergmassivs und ungefähr 2,5 Kilometer südöstlich des Friedrichsbrunner Ortszentrums.

Im Nebel der Geschichte zeichnen sich leider nur unscharfe Konturen zum Ursprung und der Geschichte der Erichsburg ab. Die verfügbaren Informationen rund um die Burg sind nicht nur spärlich, sondern auch in sich nicht stimmig.

Der heutige Wanderweg, welcher an der Ruine vorbeiführt, war im Mittelalter eine bedeutende Handelsroute. Vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts - möglicherweise auch etwas später - wurde zu deren Sicherung die Erichsburg erbaut. Als Material fand der in der Umgebung ausreichend vorhandene Ramberggranit Verwendung. Das Festungsbauwerk bestand aus einer Kern- und einer Vorburg sowie vorgelagerten Wällen und Gräben. Als Zoll- und Schutzburg soll die Erichsburg ebenso wie die nahegelegene Heinrichsburg lange Zeit unter der Aufsicht der Herren von Gatersleben gestanden haben.

Ende des 12. Jahrhunderts war die Erichsburg Stammsitz eines weniger bedeutenden Adelsgeschlechts. Um das Jahr 1320 gelangte die Erichsburg durch Kauf an eine Seitenlinie der Stolberger Grafen. Unter diesen verkam das einst zum Schutz des Handelsweges errichtete Festungswerk zur Raubritterburg.

Die damit verbundenen Störungen des Waren- und Gütertransports hatten erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Zentren im Vorfeld des Harzgebirges. Um die wichtige Verkehrsverbindung wieder sicher zu machen, wurde die einstige Schutzburg durch ein gemeinsames Aufgebot diverser Adelshäuser und betroffener Städte wie Mühlhausen, Nordhausen, Quedlinburg und Erfurt erobert und anschließend zerstört. Dies geschah vermutlich um das Jahr 1345 und damit ungefähr zeitgleich mit der Stürmung und Schleifung der benachbarten Heinrichsburg, von welcher aus ebenfalls eine Räuberbande ihr Unwesen trieb. Auf die Raubritter der Erichsburg wartete jedenfalls kein langwieriges Gerichtsverfahren, sondern man übergab sie noch vor Ort ihrem Henker.

Im Zeitraum von 1725 bis 1740 wurde im Umfeld der Burgruine Bergbau auf Kupfer betrieben. Die Bemühungen waren aber wenig erfolgreich, weshalb man die Erzgruben alsbald wieder stillegte. Aus dieser relativ kurzen Ära sind ebenfalls einige Hinterlassenschaften bis in die Gegenwart hinein erhalten geblieben.

Das Gelände der ehemaligen Erichsburg fällt nach Osten hin mehrere dutzend Meter steil zum Friedenstal hin ab. Der Steilhang stellte einen guten natürlichen Schutz dar. Die anderen drei Seiten wurden einst durch die erwähnten umfangreichen Wall-Graben-Anlagen gesichert. Diese großflächigen Verteidigungsbauten sind zu einem großen Teil noch in unseren Tagen gut erkennbar. Im Bereich der Kernburg, welche einen Durchmesser von rund 30 Metern hatte, sind außerdem noch einige Mauerreste des Bergfrieds und von Wohngebäuden zu sehen.

Heute ist das gesamte Areal der Burgruine für jedermann frei zugänglich. Im Vorfeld des äußeren Grabens befindet sich ein Rastplatz mit Tisch und Sitzbänken. Mehrere Tafeln geben dem interessierten Wanderer außerdem Informationen zur recht widersprüchlich überlieferten Geschichte der Burg.

 


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Weitere Information:
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