Der Obelisk in Mägdesprung

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Der Obelisk in Mägdesprung  
Der Obelisk wurde im Jahre 2012 nach historischem Vorbild am alten Standort neu errichtet.  
Auf einem exponierten Rondell im Zentrum von Mägdesprung steht unterhalb des Bahnhofs der Selketalbahn ein mit Sockel fast 17 Meter hoher stählerner Obelisk. Dieses Wahrzeichen des kleinen Harzortes ist bereits das zweite derartige Bauwerk an diesem Standort und wurde seinem Vorgänger in Form und Größe exakt nachempfunden.

Der erste Mägdesprunger Obelisk wurde im Jahre 1812 auf dem bereits vier Jahre zuvor extra dafür geschaffenen Rondell aufgestellt und am 15. August des selben Jahres feierlich eingeweiht. Er wurde im Auftrag von Herzog Alexius Christian Friedrich von Anhalt-Bernburg errichtet und diente dem Gedenken an dessen Vater, den Fürsten Albrecht Friedrich von Anhalt-Bernburg. Zu diesem Zweck brachte man am Sockel auch eine entsprechende Gedenktafel an.

Die imposante Stahlnadel bestand aus vier Gußplatten, welche jeweils 12,50 Meter lang und rund zwei Zentimeter dick waren. Diese Bauteile wurden in der Mägdesprunger Eisenhütte in einer neu erbauten Gießhalle gefertigt. Die Konstruktion stellte damals eine bedeutende technische Meisterleistung dar und erlangte daher bald große Berühmtheit. Viele Besucher Mägdesprungs kamen nur wegen der "Nadel" an diesen Ort.

Schon bald war der Obelisk das Wahrzeichen des kleinen Harzdorfes und seiner Eisenhütte. Das Bauwerk fand auch diverse Nachahmungen. Ein bekanntes Beispiel dafür im Harz ist der Obelisk im Landschaftspark Degenershausen.

164 Jahre hatte die Gußeisenkonstruktion Bestand, doch der Zahn der Zeit nagte unentwegt an der stählernen Riesennadel. Im Jahre 1976 mußte diese auf Grund akuter Baufälligkeit abgerissen werden. Lediglich der Sockel mit der Gedenktafel blieb erhalten.

Im Vorfeld des Jubiläums "800 Jahre Anhalt" reifte die Idee, den Obelisken am alten Standort wieder neu zu errichten. Zunächst mußten dafür der Sockel und die Rondellmauer gesichert und umfassend saniert werden, ehe am 25. Juli 2012 die Montage der neuen Nadel aus Stahl erfolgen konnte. Soweit es möglich war, kamen bei der Sanierung Originalteile zum Einsatz. Viele Stücke mußten aber neu angefertigt werden. Auch das Umfeld des Rondells erfuhr in diesem Zusammenhang eine weitgehend originalgetreue Neuanlage.

Der neue Obelisk hat ebenso wie das Original eine Höhe von 12,50 Meter über dem Sockel. Allerdings besteht er nicht mehr aus Gußeisen, sondern aus vier Stahlblechen, welche Spezialisten miteinander verschweißten. Die Einweihung des neuen Obelisken erfolgte am 18. August 2012 und damit fast auf den Tag genau 200 Jahre nach der Einweihung des historischen Vorgängers. Bei der Neueinweihung der Stahlnadel nahm dem Anlaß entsprechend ein Mitglied der Familie derer von Anhalt teil.

 


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Weitere Informationen:
Mägdesprung | Der Landschaftspark Degenershausen | Das Carlswerk | Die Selketalbahn | Der Bahnhof Mägdesprung

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