Die St.-Salvator-Kirche in Clausthal-Zellerfeld

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Die St.-Salvator-Kirche in Clausthal-Zellerfeld
Straßenansicht der Zellerfelder St.-Salvator-Kirche
Die evangelische St.-Salvator-Kirche ist ein eindrucksvoller steinerner Kirchenbau. Das massive Gotteshaus mit dem charakteristischen Kupferdach steht im Zentrum des Clausthal-Zellerfelder Ortsteils Zellerfeld direkt an der Durchgangsstraße. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Bauwerk mehrfach umfangreich saniert und umgestaltet - Fassade und Innenraum letztmalig im Zeitraum von 2010 bis 2015.

Anlaß für den Bau der Kirche war der verheerende Stadtbrand des Jahres 1672. Dieser zerstörte in der Nacht zum 18. Oktober den größten Teil der ehemals freien Oberharzer Bergstadt Zellerfeld. Die damalige, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammende Holzkirche fiel an diesem unheilvollen Tag ebenfalls den Flammen zum Opfer.

Bereits drei Jahre später konnte inmitten des neu strukturierten Stadtzentrums der Grundstein der neuen St.-Salvator-Kirche gelegt werden. Es schloß sich eine achtjährige Bauzeit an, in welcher eine aus Stein errichtete einschiffige Saalkirche nach dem Vorbild der Wolfenbütteler Marienkirche entstand.

Die Legende weiß zu berichten, daß die Stadt nach dem Großbrand im Jahre 1672 kein Geld für den Wiederaufbau des Gotteshauses hatte. An der Stelle, an welcher in unserer Zeit die St.-Salvator-Kirche steht, scharrte damals eine Henne mit ihren Küken einen Schatz aus, von welchem die neue Kirche gebaut werden konnte. In einer anderen Sage überließen geheimnisvolle Venediger einem armen Mann einen Goldschatz in Form von Henne und Küken, welchen dieser für den Bau des Gotteshauses spendete. Über dem Portal finden Sie noch heute die Darstellung einer Henne mit ihren sieben Küken.

Historisch belegt ist dagegen, daß mehr als die Hälfte der rund 38.000 Thaler betragenden Baukosten von den Bergmännern nach Feierabend durch den Erlös aus dem Ausklauben alter Haldenareale aufgebracht wurde. Die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg hatten als Eigentümer der Bergwerkshalden diese Form der Geldbeschaffung für diesen Zweck extra genehmigt.

Im April des Jahres 1683 konnte der neue Kirchenbau eingeweiht werden. Auf Grund der rauhen Oberharzer Witterung waren aber schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts erste Reparaturarbeiten an dem Gebäude notwendig. Im Jahre 1863 erhielt das Gotteshaus durch einen aufwändigen Umbau sein heutiges Aussehen. Die ursprünglich querschiffige Saalkirche im Stil der Renaissance wurde dabei zur dreischiffigen neogotischen Hallenkirche umgestaltet.

Eine Besonderheit im Inneren der Zellerfelder St.-Salvator-Kirche ist der kunstvolle, im Jahre 1997 geweihte Flügelaltar. Diesen zieren Gemälde von Werner Tübke, welcher auch das monumentale Bauernkriegspanorama bei Bad Frankenhausen erschaffen hat.

 


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