Der Stöberhai

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Ein Nebeltag auf dem Stöberhai
Ein trüber Novembertag auf dem in Wolken eingehüllten Gipfel des Stöberhais
Der Stöberhai ist ein markanter und zum größten Teil bewaldeter Berg im Südharz. Sein weitläufiger abgerundeter Gipfel befindet sich etwa zwei Kilometer östlich des Oderstausees und erhebt sich 720 Meter über den Meeresspiegel. Der Name des einst auch als "Brocken des Südharzes" bezeichneten Berges leitet sich der Legende nach von einem hier tätigen Köhler aus Wieda ab. Westlich des Gipfels entspringt der Steinaer Bach, durch dessen Tal ein Wanderweg von Steina zum Stöberhai hinaufführt.

Der Berg kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Im Jahre 1872 eröffnete ein erstes Wirtshaus auf dem Gipfel des Stöberhais. Nach einem Brand dieses Gebäudes im Jahre 1886 erfolgte drei Jahre später die Errichtung des "Berghotels Stöberhai". Das Hotel besaß einen Aussichtsturm, welcher einen Rundblick auf weite Teile des Harzes und weit in das südliche Harzvorland hinein ermöglichte. Bei guter Fernsicht reichte der Blick sogar bis zum Kyffhäusergebirge und zum Thüringer Wald.

Das Berghotel stellte im Jahre 1975 seinen Betrieb ein. Im März 1980 zerstörte ein Großbrand das Gebäude. Es wurde danach nicht wieder aufgebaut und die verbliebenen Reste abgetragen. Ein große, von zum Teil ortsuntypischen Bäumen begrenzte Freifläche auf dem Berggipfel zeigt noch heute den einstigen Standort des Berghotels an.

In der Zeit des Kalten Krieges war der Berggipfel außerdem Standort einer komplexen Anlage der Bundeswehr und der französischen Armee. Bis zum Jahre 1989 wurde von hier aus der militärische Funkverkehr auf dem Gebiet der DDR abgehört. Neben diversen Funktionsgebäuden und einer Bunkeranlage beherrschte seit dem Jahre 1967 ein weithin sichtbarer 75 Meter hoher Betonturm das Antlitz des Berggipfels. Nach jahrelangem Leerstand wurde dieser ebenso wie die umgebenden Bauwerke im September 2005 gesprengt.

Über den Bahnhof Stöberhai waren der Berg und das Hotel auf seinem Gipfel seit dem Jahre 1899 mit der Südharzeisenbahn gut zu erreichen. Diese Bahnstrecke wurde im Jahre 1963 stillgelegt und anschließend zurückgebaut. Im einstigen Bahnhofsgebäude befindet sich heute ein Restaurant.

Schon vor langer Zeit gehörte der Stöberhai also bereits zu den besonders beliebten und bekannten Wanderzielen im Südharz. Daran hat sich bis in unsere Tage hinein nichts geändert. Aus allen Richtungen führen Wanderwege zum Gipfel des Berges. Zwischen den Bäumen hindurch sind schöne Ausblicke auf Teile der umgebenden Harzlandschaft möglich. Zu sehen sind u.a. St. Andreasberg, der Achtermann, der Wurmberg und der Brocken.

Im Jahre 1990 errichtete der Harzklub-Zweigverein Wieda auf dem Gipfelplateau eine hölzerne Schutzhütte. Sie befindet sich unweit des Standortes des einstigen Berghotels Stöberhai.

Eine Wanderung zum Stöberhai können Sie von vielen Stellen aus beginnen. Gute Ausgangspunkte sind z.B. der Parkplatz am Staudamm der Odertalsperre, der Parkplatz auf dem Ravensberg sowie die Orte Wieda und Steina.

 


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Weitere Informationen:
Die Odertalsperre | Der Bahnhof Stöberhai | Der Ravensberg | Wieda | Die Südharzeisenbahn | Berge im Harz

In der näheren Umgebung befinden sich:
Bad Lauterberg | Bad Sachsa | Der Käseberg | Steina | Zorge

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