Draupnir

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Draupnir
Wotans magischer Ring Draupnir - Plastik aus Edelstahl und Bronze am Mythenweg
Draupnir heißt der Ring des obersten Germanengottes Wotan. Dieses Meisterwerk der Schmiedekunst wurde von den Zwergen Sindri und Brock auf Grund einer Wette mit Loki angefertigt. Das kostbare Schmuckstück ist mit zahlreichen Edelsteinen besetzt.

Der Name bedeutet sinngemäß etwa "Der Tropfende", da von dem Ring in jeder neunten Nacht acht weitere gleichgroße Ringe "abtropfen". Somit stellt Draupnir sowohl eine Quelle als auch ein Symbol von Wotans unerschöpflichem Reichtum dar.

Doch damit nicht genug - noch diverse weitere wundersame Eigenschaften werden Draupnir zugeschrieben: So soll er den Träger des Ringes unsichtbar machen und obendrein Wünsche erfüllen können. Deshalb ist es wohl wenig überraschend, daß Draupnir zu den Kleinodien gehört, welche Wotan üblicherweise stets bei sich trägt.

Zu bestimmten Anlässen gibt Wotan den wertvollen Ring dennoch aus der Hand. Nach dem vorzeitigen Tod seines Sohnes Balder z. B. übergibt Wotan den Zauberring dem Toten. So findet Draupnir den Weg ins Reich der Hel. Bald darauf begibt sich Hermodr ebenfalls dort hin, um mit der Todesgöttin über die Rückgabe von Balder zu verhandeln. Balder überläßt bei einem Treffen seinem Bruder den Ring, welcher so wieder zu Wotan zurück gelangt.

Vermutlich trägt Wotan seinen magischen Ring auch in der Endzeitschlacht des Ragnarök. Im Zweikampf mit dem Fenriswolf kann Draupnir seinen Besitzer aber trotzdem nicht vor einer Niederlage bewahren. Fast scheint es so, als seien auch den Kräften des Ringes Grenzen gesetzt.

Wotans Zauberring Draupnir können Sie in unseren Tagen auf dem Mythenweg in Thale bewundern. In einer kleinen Parkanlage am Rande der Haupteinkaufsstraße zwischen Bahnhof und Rathaus befindet sich dieses von einem regionalen Künstler geschaffene Werk aus Edelstahl und Bronze. Der Ring wurde aus Spendengeldern von Einwohnern und Firmen der Stadt Thale finanziert.

Einige der kostbaren Brillianten sind im Laufe der Jahre von vermutlich unheidnischen Frevlern aus dem Schmuckstück gebrochen worden. Doch wehe den Verblendeten, denn Wotan wird diese Taten mit Sicherheit nicht ungesühnt lassen.

Auf der Innenseite des Ringes ist außerdem folgende Runen-Inschrift zu lesen: ᚦᚱᛆᚢᚹᚾᛁᚱ (THRAUWNIR). Die dritte Rune tanzt dabei ein wenig aus der Reihe, gehört sie doch nicht zum klassischen Runen-Alphabet, dem sog. "älteren Futhark", sondern zu dem im Hochmittelalter und damit zeitgeschichtlich viel später entstandenen "punktierten Runen-Alphabet". Hier wäre die Rune Ansuz ( ᚨ ) passender gewesen, ebenso wie am Anfang des Wortes Dagaz ( ᛞ ) statt Thurisaz ( ᚦ ) und schlußendlich an fünfter Stelle Perthro ( ᛈ ) statt Wunjo ( ᚹ ). Dann stände im Ring nämlich der Name ᛞᚱᚨᚢᛈᚾᛁᚱ (DRAUPNIR), was ja auch irdendwie Sinn ergeben würde. Warum eine falsche Schreibweise zum Einsatz kam sowie Runen aus verschiedenen Zeitaltern, ist nicht bekannt. Die Inschrift ist auf diesem Bild des Ringes Draupnir gut zu erkennen.

 


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Die Götter der Germanen | Der Mythenweg in Thale | Bilder vom Mythenweg

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