Das Sühnekreuz vor dem Turm der Stephanikirche in Gernrode

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Das Sühnekreuz in Gernrode

Im historischen Stadtzentrum von Gernrode steht auf einer Rasenfläche an der Westseite des Kirchturmes der einstigen Markt- und Stadtkirche St. Stephani dieses sehr stark verwitterte Sühnekreuz aus dem 15. Jahrhundert. Der Zahn der Zeit hat am weichen Sandstein unübersehbare Spuren hinterlassen, so daß die einstige Kreuzform heute nur noch zu erahnen ist.

Das Sühnekreuz gehört zu den ältesten erhaltenen Relikten der Stadtgeschichte. Ursprünglich befand es sich vermutlich auf dem Nordhügel des Klosters und wurde im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach umgesetzt. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts stellte man den Stein am heutigen Standort auf. Die deutlich lesbare Inschrift "Sühnekreuz" wirkt auf dem von Wind und Wetter stark gekennzeichneten Stein fremd und wurde erst in der jüngeren Vergangenheit in das weiche Material hineingearbeitet.

Das rund einen Meter hohe Gernröder Sühnekreuz wird auch als "Gerokreuz" bezeichnet. Es soll der Sage nach als Sühne für eine grausame Bluttat des Markgrafen Gero bei der Unterwerfung der Slawen errichtet worden sein. Allerdings klafft zwischen diesem Mord an rund 30 Fürsten der Wenden und der Aufstellung des Kreuzes eine schwer nachvollziehbare Zeitspanne von mehreren Jahrhunderten.

 


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