Blankenheim

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Blankenheim, Ortsteil Klosterrode
Blick zum Alten Schloß auf dem Gelände des Gutes Klosterrode im gleichnamigen Ortsteil
Blankenheim ist ein Ort mit etwa 1.500 Einwohnern am Südostrand des Harzes zwischen Eisleben und Sangerhausen. Diese Siedlung im Südwesten des Mansfelder Landes wird von der Bundesstraße 80 durchquert. In Blankenheim befindet sich außerdem der Endpunkt der im Jahre 1879 eröffneten Berlin-Blankenheimer Eisenbahn (Wetzlarer Bahn). Diese stellt den nördlichen Abschnitt der ehemaligen "Kanonenbahn" von Berlin nach Metz dar, welche hier auf die Hauptstrecke von Halle (Saale) nach Kassel traf. Die Kanonenbahn war eine strategische Bahnlinie, welche vorrangig militärischen Zwecken diente und eine Direktverbindung zwischen der Reichshauptstadt Berlin und der französischen Grenze unter Umgehung der Ballungszentren gewährleisten sollte.

Blankenheim wurde im Jahre 1181 erstmals urkundlich erwähnt. Die Geschichte des Ortes ist eng mit der des südöstlich gelegenen Prämonstratenserklosters Rode (heute Ortsteil Klosterrode) verbunden. Dieses Kloster entstand der Überlieferung nach um das Jahr 1150, ist aber vermutlich als Klosterstandort deutlich älter. Die Anfänge des Ortes Blankenheim liegen wahrscheinlich ebenfalls in der Mitte des 12. Jahrhunderts.

Das Kloster Rode besaß vermutlich einen Vorgänger, welcher bereits im 9. Jahrhundert im Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld genannt wurde und dessen Ursprung damit in die Ära der Karolinger zurück reicht. Die von den Mönchen geleitete Einrichtung war vom 13. Jahrhundert an bis hinein in das 15. Jahrhundert wirtschaftlich sehr erfolgreich. Während des Bauernkrieges wurde das Kloster Rode gestürmt und geplündert. Wenig später erfolgte im Jahre 1540 die Säkularisierung und anschließende Umwandlung in ein Rittergut. Die Gebäude des einstigen Klosters wurden im 30jährigen Krieg weitestgehend zerstört. Das Areal erlebte in der Folgezeit mehrfache Besitzerwechsel. Im 18. Jahrhundert entstand auf dem Gelände ein Schloß.

Die Entwicklung von Blankenheim wurde außerdem maßgeblich vom Bergbau bestimmt. Im Umfeld des Ortes baute man seit dem Mittelalter Kupferschiefer ab. Die Erzflöze traten östlich und westlich der Siedlung zu Tage. In unserer Zeit finden sich in der Landschaft um Blankenheim noch verschiedene Zeugnisse dieser Tätigkeit, z.B. ein großes Areal mit einer Vielzahl historischer Kleinhalden zwischen Blankenheim und Wimmelburg sowie diverse Kleinsthalden nordwestlich der Siedlung. Der Kupferbergbau bestimmte noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts das wirtschaftliche Leben des Ortes.

Ein sehenswertes Bauwerk in Blankenheim ist die im Zentrum des Ortes stehende Lambertuskirche. Das Gotteshaus wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts im Stil der Romanik erbaut. Sein Kirchturm stammt noch aus dieser Zeit, während das heutige Kirchenschiff und der Altarraum um 1830 im klassizistischen Stil neu errichtet wurden.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist Blankenheim als Erholungsort bekannt und beliebt. Die erwähnte "Kanonenbahn" brachte bereits in der Zeit nach der Reichsgründung als zivilen Zusatznutzen zahlreiche Sommerfrischler aus den Ballungszentren in die waldreiche Gegend. Auch in unseren Tagen stellt der Ort noch immer einen Anziehungspunkt für Ruhe und Erholung suchende Urlauber dar. Die gute Verkehrsanbindung Blankenheims macht von hier bequeme Ausflüge in das Mansfelder Land, den Unterharz sowie die Goldene Aue und das Kyffhäusergebirge möglich.

 


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Weitere Informationen:
Bilder aus Blankenheim | Das Mansfelder Land | Der Bergbau im Mansfelder Land | Die historische Kleinhaldenlandschaft bei Hettstedt | Der 30jährige Krieg | Die Kanonenbahn

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