Emseloh

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St.-Marien-Kirche
Emseloh - Blick zur St.-Marien-Kirche
Emseloh ist ein Ort mit etwa 600 Einwohnern im südöstlichen Harzvorland. Die Siedlung liegt am Fuße der letzten Ausläufer der Harzberge zwischen Blankenheim und Riestedt und wird von der Bundesstraße 80 durchquert.

Die Anfänge des Ortes verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Vermutlich gab es bereits im 9. Jahrhundert an dieser Stelle eine kleine Ansiedlung.

Südlich von Emseloh befand sich schon im Hochmittelalter das Mönchskloster Kaltenborn. Dieses wurde im Jahre 1539 aufgelöst und in ein Rittergut umgewandelt. Den kunstvollen spätgotischen Schnitzaltar der Klosterkirche überführte man in die Dorfkirche St. Marien.

Das Rittergut wurde in der Folgezeit ausgebaut. Neue Gebäude entstanden direkt in der Ortslage Emseloh an der Durchgangsstraße. Nach einem Brand des Haupthauses im Jahre 1754 baute man dieses wieder auf, wobei es sein heutiges Antlitz erhielt. Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude des 1945 aufgelösten Rittergutes bestimmen in unseren Tagen das Ortsbild von Emseloh entscheidend mit.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurden die diversen Wasserläufe um Emseloh als Standorte für zahlreiche Mühlen unterschiedlichster Art genutzt. Die Wasserkraft der Bäche diente den Müllern zum Mahlen von Getreide und zum Pressen von Öl sowie der Herstellung von Papier. Dennoch war für die meisten Bewohner von Emseloh für lange Zeit die Landwirtschaft der wichtigste Arbeitgeber.

Das Gelände zwischen Emseloh und Riestedt entwickelte sich ab dem Jahre 1601 zu einem bedeutenden Bergbaugebiet. Hier erfolgte der untertägige Abbau von Braunkohle, welche einen wichtigen Brennstoff für die erzverarbeitende Industrie des Mansfelder Landes darstellte. Im Jahre 1894 wurde der Kohlebergbau bei Emseloh eingestellt. Verschiedene Bergbaurelikte wie Halden und kleine Gewässer in eingestürzten Grubenbereichen zeugen noch heute von der harten Arbeit der Bergmänner.

Ein weiteres markantes Bauwerk in Emseloh ist die evangelische St.-Marien-Kirche. Sie wurde auf Veranlassung des Abtes des Klosters Kaltenborn in den Jahren 1220 bis 1225 im Stil der Spätromanik erbaut. Eine deutliche Erweiterung des Gotteshauses und dessen Umbau im spätgotischen Stil erfolgte im Jahre 1517. Die Marienkirche erhielt seinerzeit im Wesentlichen ihre noch in unseren Tagen sichtbare äußere Gestalt. Umfangreiche Sanierungarbeiten am Kirchturm und am Dach des Kirchenschiffes fanden in den 1990er Jahren statt.

In der Umgebung von Emseloh finden Sie ein leicht hügeliges Gelände mit ausgedehnten Waldflächen vor. Diese stellen ein ideales Areal für Wanderungen dar. Als mögliche Ziele eignen sich z.B. die beiden nördlich des Ortes gelegenen Wüstungen Schaubesfelde und Utenfelde. Diese Dörfer wurden im Mittelalter angelegt und gegen Ende des 15. Jahrhunderts von ihren Einwohnern verlassen. In der Wüstung Schaubesfelde können Sie noch diverse Mauerreste der einstigen Dorfkirche erkennen.

 


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Weitere Informationen:
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