Die Burgruine Harzburg

Anzeige:
Die Burgruine Harzburg
Restaurierter Turmstumpf ("Pulverturm") auf dem Gelände der Burgruine Harzburg.
Der Bau der "Hartesburg" (Harzburg) auf dem Großen Burgberg bei Bad Harzburg erfolgte durch den König Heinrich IV. vermutlich in den Jahren 1065-1068. Sie diente offiziell dem Schutz der Reichsbannforst sowie der Kaiserpfalz in Goslar, in der Praxis aber auch der Unterdrückung der im Umfeld ansässigen Sachsen. Die Harzburg hatte eine strategisch sehr günstige Lage und war eine der größten, modernsten und wehrhaftesten Burganlagen der damaligen Zeit.

Neben den königlichen Residenzgebäuden befanden sich auf dem Burggelände auch eine Stiftskirche und eine königliche Grablege. Zur Gesamtanlage gehörte außerdem ein vorgelagertes Bollwerk auf dem Kleinen Burgberg, welches auch als "Kleine Harzburg" bezeichnet wird.

Viel genutzt hat die Harzburg dem König jedoch nicht. Im Jahre 1073 brach ein Aufstand gegen Heinrich IV. los, nicht zuletzt auch, weil die fremdländische Burgbesatzung plündernd durch die Lande zog. Der König flüchtete auf die Harzburg, woraufhin diese von sächsischen Truppen belagert wurde. Heinrich IV. gelang mitsamt den Reichsinsignien in der Nacht vom 9. zum 10. August 1073 die Flucht. Er floh durch den Burgbrunnen und einen geheimen Gang, bei welchem es sich vermutlich um einen in den Brunnen führenden Wasserzuleitungsstollen handelte.

Die Harzburg selbst wurde noch einige Monate lang weiterhin belagert. Im März 1074 erfolgte entsprechend den Regelungen, auf welche sich Heinrich IV. und die aufständischen Sachsen im Frieden von Gerstungen geeinigt hatten, die Schleifung der Festungsanlage. Die sächsischen Bauern verrichteten diese Arbeit sehr gründlich und ließen keinen Stein des verhaßten Bauwerks auf dem anderen. Möglicherweise baute man aber Teile der Burg in den folgenden Jahren wieder auf.

Im 12. Jahrhundert begann unter Kaiser Friedrich I., welcher auch unter dem Namen Barbarossa bekannt ist, der Wiederaufbau der Harzburg. Die neue Festung hatte eine geringere Größe und entstand westlich der vorherigen Burganlage. Auf dem Areal der alten Burg wurde ein Gemüsegarten angelegt.

Kaiser Otto IV. vollendete das neue Bauwerk. Unter seiner Herrschaft entstand auch der mächtige Pulverturm. Im Jahre 1218 starb Otto IV. auf der Harzburg.

Die Harzburg verlor daraufhin ihren Status als Reichsburg. Sie wechselte in der Folgezeit häufig den Besitzer. Burgherren waren u.a. die Grafen von Wohldenberg, die Grafen von Wernigerode und die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg.

Im Laufe der Zeit wurde die Bedeutung der Harzburg immer geringer. Sie begann, langsam zu verfallen. Ein im 16. Jahrhundert geplanter Wiederaufbau der Burg scheiterte an den zu hohen Kosten. In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die noch vorhandenen Reste der Gebäude der Harzburg auf Befehl des Welfenherzogs August dem Jüngeren abgerissen.

Im Jahre 1877 stellte man auf dem Gelände der einstigen Burganlage die 19 Meter hohe "Canossa-Säule" auf. Archäologische Untersuchungen der im Boden verbliebenen Überreste der Harzburg erfolgten in den Jahren 1902 bis 1904, im Jahre 1959 sowie von 1970 bis 1975.

Einige restaurierte Teile der Harzburg können heute von Ihnen besichtigt werden. Dazu gehören der "Pulverturm", der Burgbrunnen, Teile der Toranlage sowie Reste der Burgmauern. Mit Steinen markiert sind außerdem die ehemaligen Standorte diverser Bauwerke wie Rundturm und Palas.

 


Anzeige:

Weitere Informationen:
Bilder von der Burgruine Harzburg | Bad Harzburg | Der Stadtplan von Bad Harzburg | Der Große Burgberg | Die Burgbergseilbahn | Die Canossa-Säule | Der Sachsengott Krodo | Übersicht - Burgen und Burgruinen im Harz | Begriffserklärungen rund um die Themen Kirchen, Kloster und Burgen | Wandertipp: Rundwanderung Bad Harzburg - Großer Burgberg - Ostlandkreuz - Rabenklippe - Molkenhaus

In der näheren Umgebung befinden sich:
Der Antoniusplatz | Der Baumwipfelpfad | Der Besinnungsweg | Der Hochseilpark | Der Märchenwald | Das Molkenhaus | Die Rabenklippe | Der Sachsenbrunnen | Die Säperstelle

HomeInhaltsverzeichnisImpressum • Foto: fm