Hergisdorf

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St. Aegidiuskirche
Markant und wehrhaft: Die St. Aegidiuskirche in Hergisdorf überragt den Ort dank ihrer exponierten Lage.
Hergisdorf ist eine Siedlung im Mansfelder Land mit etwa 1000 Einwohnern. Sie liegt im östlichen Harzvorland im Tal der Bösen Sieben westlich von Eisleben. Die umgebende Landschaft wurde in den vergangenen Jahrhunderten stark von Menschenhand verändert. An vielen Stellen können Sie die unübersehbaren Relikte des Kupfer- und Silberbergbaus erblicken.

Der heutige Ort ging aus den beiden Siedlungen Hergisdorf und Kreisfeld hervor. Diese einstmals eigenständigen Dörfer gehen in unseren Tagen nahtlos ineinander über.

Hergisdorf wurde im Jahre 1252 erstmals in einer Urkunde des Klosters Helfta unter der Bezeichnung "Herrichsdorf" schriftlich erwähnt. Der Name leitet sich möglicherweise von der mittelalterlichen Hegersburg bzw. Hergersburg ab. Diese bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts verfallene Festungsanlage stand einst auf einer Anhöhe im Nordosten des Ortes oberhalb der St. Aegidiuskirche. In unseren Tagen sind von der Burganlage für den Laien keine Überreste mehr zu erkennen. Der Ortsname könnte aber auch vom Namen des Ortsgründers abstammen. Eine derartige Namensgebung war im Hochmittelalter nicht unüblich.

Der Ortsteil Kreisfeld ist mit einer im Jahre 1184 datierenden Ersterwähnung vermutlich älter. Allerdings kann man vom Zeitpunkt der erstmaliigen Nennung in einem der Nachwelt erhalten gebliebenen Schriftstück nicht unmittelbar auf den wirklichen Gründungstag schließen.

Seit dem Spätmittelalter beherrschte der Bergbau das wirtschaftliche Geschehen in und um den Ort. Viele fremde Bergmänner kamen seinerzeit auf Grund der guten Verdienstmöglichkeiten hierher. Zahlreiche historische Kleinhalden vor allem westlich des Siedlungsgebietes künden noch in unseren Tagen von dieser harten Tätigkeit. Diese besagten Kleinhalden stehen heute unter Denkmalschutz. Das Antlitz von Hergisdorf dominiert außerdem eine aus der jüngeren Vergangenheit stammende riesige Großhalde im Osten der Siedlung.

Im Ortsgebiet von Hergisdorf gibt es zwei Kirchen. Die historisch sehr bedeutsame Aegidiuskirche befindet sich an einem Berghang im Nordosten der Siedlung. Dieses spätgotische, aus einheimischen Bruchsteinen errichtete Gotteshaus besitzt eine ebenfalls noch aus dem Spätmittelalter stammende Innenausstattung. An der Westseite steht ein massiver Turm, welcher wahrscheinlich einst als Wehrturm gedient hat. In der Hergisdorfer St. Aegidiuskirche soll seinerzeit auch Martin Luther gepredigt haben.

Das zweite Gotteshaus steht im Ortsteil Kreisfeld. Diese dem Heiligen Liborius - einem frühchrislichen Bischof aus dem 4. Jahrhundert - geweihte Kirche wurde im Jahre 1905 für die gewachsene katholische Gemeinde im neoromanischen Stil erbaut. Beide Kirchenbauwerke in Hergisdorf stellen für historisch und architektonisch interessierte Besucher attraktive Sehenswürdigkeiten dar.

In den 1870er Jahren erhielt Hergisdorf einen Anschluß an die normalspurige "Kanonenbahn". Diese vor allem aus militärstrategischen Gründen erbaute Eisenbahnstrecke führte u.a. direkt in die Reichshauptstadt Berlin. Der am äußersten westlichen Siedlungsrand gelegene Bahnhof ist heute allerdings außer Betrieb.

Ein besonderes Volksfest feiern die Hergisdorfer und ihre Gäste alljährlich an den Pfingsttagen. Bei diesem auf altgermanische Ursprünge zurückgehenden "Dreckschweinfest" wird die kalte Jahreszeit symbolisch durch den Sommer vertrieben.

Westlich der Ortslage erstreckt sich das bewaldete Kliebigtal. Hier sind zahlreiche seltene Pflanzen beheimatet. Auf einem Wanderweg können Sie dort dem Kliebigsbach bis in sein zwischen Annarode und Blankenheim gelegenes Quellgebiet folgen.

 


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Weitere Informationen:
Das Dreckschweinfest | Das Mansfelder Land | Der Bergbau im Mansfelder Land | Die Böse Sieben | Die historischen Kleinhalden | Die Kanonenbahn

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