Reichsburg Kyffhausen - Der Barbarossaturm

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Der Barbarossaturm auf der Oberburg der Reichsburg Kyffhausen im Kyffhäusergebirge
Der restaurierte Barbarossaturm mit der neu installierten Treppe und den Resten eines mittelalterlichen "Stillen Örtchens"
Barbarossaturm nennt man den Bergfried an der äußersten Westspitze der Oberburg der Reichsburg Kyffhausen. Er prägt das Antlitz dieser Ruinenanlage entscheidend mit und wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut. Der Turm besitzt einen rechteckigen Grundriß von ca. 10 x 11 Meter. Seine Mauern sind im unteren Bereich etwa drei Meter dick und verjüngen sich nach oben auf rund 1,50 Meter.

Einst war der Turm neben anderen Funktionen die letzte Zufluchtsstätte der Burgbewohner. Sein Eingang befindet sich in ungefähr 10 Metern Höhe, was ihn dadurch beinahe uneinnehmbar machte. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß es Stimmen gibt, die meinen, daß gerade dies gegen die Verwendung als letzte Rückzugsbastion innerhalb der Festung spricht.

Ursprünglich war der Barbarossaturm rund 30 Meter hoch. Sein heutiger Stumpf ragt noch etwa 17 Meter in die Höhe. Nach der Aufgabe der Burg begann ab dem späten 14. Jahrhundert der Verfall der gesamten Festungsanlage und somit auch des Bergfrieds.

Die Turmruine war zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark einsturzgefährdet. In den 1930er Jahre erfolgten erste bauliche Sicherungsmaßnahmen, welche aber nicht zur dauerhaften Erhaltung des Bauwerks ausreichten. Teile der Mauern drohten weiterhin einzustürzen und das Areal um den Turm mußte gesperrt werden.

In den Jahren 1991 bis 2006 wurden am Barbarossaturm umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Der Erhalt dieses markanten Turmrumpfes ist seither für die nächsten Jahrzehnte gesichert und das Bauwerk heute wieder begehbar. Im Inneren des mächtigen Bergfrieds befinden sich mehrere Ausstellungen. Hier erfahren Sie u.a. wissenswertes zur Geschichte des Barbarossaturms und seiner Sanierung. Des weiteren erhalten Sie Informationen zu den Bodenbildern in der Goldenen Aue am Fuße des Kyffhäusergebirges zwischen Kelbra und Tilleda.

Doch auch die äußere Erscheinung des Turmes weist so manches interessante Detail auf. An seiner Außenwand fallen z.B. die Reste eines Abort-Erkers auf. Symbolisch wurden an und unterhalb der entsprechenden Maueröffnung Metallstäbe zur Lagekennzeichnung dieses mittelalterlichen "Stillen Örtchens" angebracht.

 


Mehr Informationen zur Reichsburg Kyffhausen:
Die Reichsburg Kyffhausen - allgemeines | Die Oberburg | Der Burgbrunnen

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Das Kyffhäusergebirge | Das Kyffhäuser-Denkmal | Die Goldene Aue | Die Bodenbilder am Kyffhäuser

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