Lutter am Barenberge

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St.-Georg-Kirche in Lutter am Barenberge
Die in den Jahren 1866 bis 1869 aus Sandstein errichtete St.-Georg-Kirche
Lutter am Barenberge ist eine rund 2000 Einwohner zählende Siedlung im nordwestlichen Harzvorland an der Bundesstraße 248. Der Ort wurde im Jahre 956 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte damals dem Stift Gandersheim. Bereits frühzeitig versah man den Namen mit dem Zusatz "am Barenberge" zur besseren Unterscheidung vom Ort Lutter am Elm, dem heutigen Königslutter. Als Barenberg bezeichneten die Menschen einstmals vermutlich den 526 Meter hohen "Großen Bakenberg" am äußersten nordwestlichen Ausläufer des Harzes.

Über das regionale Umfeld hinaus bekannt wurde Lutter am Barenberge durch eine der blutigsten Schlachtes während des 30jährigen Krieges. Am 27. August 1626 besiegten hier die kaiserlichen Truppen unter Führung ihres Feldherrn Graf Tilly die protestantische Armee des Dänenkönigs Christian IV.. Die katholische Liga ging gestärkt aus dieser Auseinandersetzung hervor und erzwang drei Jahre später einen Separatfrieden mit den Dänen. An der Bundesstraße in Richtung Seesen steht noch heute ein Gedenkstein für einen gefallenen deutschen General, welcher auf der Seite des dänischen Königs kämpfte.

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im Ort sind die mittelalterliche Burganlage sowie die im Stil der Neogotik erbaute St.-Georg-Kirche. Schon aus größerer Entfernung sind die Türme dieser beiden Bauwerke gut zu erkennen.

Die Burg Lutter entstand vermutlich im 11. Jahrhundert am Rand eines Hochplateaus im Süden des Ortes. Sie war ursprünglich eine Wasserburg und erlebte zahlreiche Besitzerwechsel und Umbauten. Während der erwähnten Schlacht zwischen der dänischen und der kaiserlichen Armee wurde das Bauwerk kurzzeitig in Kampfhandlungen verwickelt, als sich flüchtende Dänen hier verschanzten. Dennoch blieb die Festung weitestgehend unversehrt. Nach langer landwirtschaftlicher Nutzung stand sie seit Beginn der 1960er Jahre leer. Sie begann zu verfallen und einige historische Bauwerke innerhalb des Gebäudekomplexes wurden abgerissen. Seit dem Jahre 1980 ist die Burg Lutter im Besitz einer anarchistischen Kommune. Diese betreibt auf dem Burggelände mehrere kleine Wirtschaftsbetriebe und bemüht sich um den Erhalt des alten Gemäuers.

Die ebenfalls sehenswerte St.-Georg-Kirche wurde in den 1860er Jahren am Standort eines baufällig gewordenen Vorgängerbaues errichtet. Der Kirchturm mußte in den 1950er Jahren wegen nicht behebbarer Baumängel abgerissen werden und erstand anschließend komplett neu. Im Inneren befindet sich eine kostbare Besonderheit - eine uralte Glocke aus dem Jahre 1060 und damit eine der ältesten erhaltenen Kirchenglocken überhaupt. Durch ihre untypische Gestaltung ist sie in dieser Form weltweit einmalig. Auch die übrigen Glocken der St.-Georg-Kirche sind bereits sehr alt und stammen aus der Zeit um das Jahr 1170.

 


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Weitere Informationen:
Die Burg Lutter | Die Schlacht bei Lutter am Barenberge | Der Gedenkstein für den Freiherrn von Fuchs von Bimbach

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