Pöhlde

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Pöhlde - Johannes-Servatius-Kirche
Die Johannes-Servatius-Kirche in Pöhlde
Der Ort Pöhlde liegt südlich von Herzberg zwischen dem Harz und dem vorgelagerten Höhenzug Rotenberg. Er wird vom Fluß Beber durchflossen und hat etwa 2.200 Einwohner. Zahlreiche Erdfälle und Erdfallseen im Ortsgebiet sowie im nahen Pöhlder Wald sind sichtbare Zeichen des vom Wasser ausgehöhlten Gipskarstes im Untergrund.

Pöhlde war ein wichtiges politisches und geistiges Zentrum des frühen deutschen Kaiserreiches. Bereits in der Mitte des 10. Jahrhunderts standen hier eine bedeutende Pfalz sowie eine große Klosteranlage. Die Legende berichtet davon, daß dem jungen Sachsenkönig Heinrich I. im Jahre 919 bei Pöhlde die deutsche Königswürde angetragen wurde. Allerdings beanspruchen noch mehrere andere Orte im Harzgebiet dieses bedeutende Ereignis ebenfalls für sich.

Im frühen Mittelalter stand das Kloster der Benediktiner in Pöhlde in voller Blüte. Es wurde im Jahre 1525 während des Bauernkrieges zerstört und verlor in der Folge seine bisherige Bedeutung. Die Mönche wichen an andere Orte aus. Der Versuch einer Wiederbelebung des Klosters in der Zeit des 30jährigen Krieges blieb erfolglos.

Besonders sehenswert ist in Pöhlde die im Jahre 1688 erbaute Johannes-Servatius-Kirche. Sie wurde in Fachwerkbauweise auf den Grundmauern des Mittelschiffes der verfallenen und einst viel größeren Klosterkirche neu errichtet. Von diesem ehemaligen mittelalterlichen Gotteshaus sind in unseren Tagen noch einige mit Fachwerk ausgemauerte gotische Fenster enormen Ausmaßes zu sehen.

Im Zuge von Ausgrabungsarbeiten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts legten Forscher zahlreiche Gebäudereste auf dem Gelände der einstigen Klosteranlage frei. Auf der Wiese nördlich der Kirche wurden Steinplatten an den Stellen verlegt, an welchen im Mittelalter die Mauern des Kreuzganges standen. Dadurch wird die weitläufige Anlage der Klosterbauwerke dem heutigen Besucher dieses Ortes auf eindrucksvolle Weise sichtbar gemacht.

Eine ebenso historisch bedeutsame Sehenswürdigkeit stellen die ausgegrabenen Reste einer "König Heinrichs Vogelherd" genannten Festungsanlage dar. Diese frühmittelalterliche Fluchtburg befindet sich am Hang des Rotenbergs südlich von Pöhlde.

Einen weiteren Blick in die Vergangenheit gewährt die über 1000 Jahre alte Gerichtslinde am ehemaligen Thingplatz im Osten des Ortes. Sie war einst Schauplatz zahlreicher historischer Ereignisse und erhielt sogar einen dominierenden Platz im Pöhlder Wappen.

 


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Weitere Informationen:
"König Heinrichs Vogelherd" | Die 1000jährige Linde | Das Kloster Pöhlde | Die Königspfalz | Begriffserklärungen zu Karsterscheinungen | Baustile im Überblick

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