Der Quedlinburger Schloßberg mit Renaissanceschloß und Stiftskirche St. Servatii

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Schloß und Stiftskirche St. Servatii
Auf dem Schloßberg - Links im Bild sehen Sie die Stiftskirche St. Servatii und rechts das Schloß.
Im Südwesten der Altstadt von Quedlinburg erhebt sich ein eindrucksvoller und steil abfallender Sandsteinfelsen mehr als 20 Meter über die Dächer der Stadt. Auf diesem Felsen befinden sich die Stiftskirche St. Servatii mit ihren beiden markanten Türmen, das dreiflügelige Renaissanceschloß, das ehemalige Wohnhaus der Stiftsfrauen, diverse Wirtschaftsgebäude und eine Gartenanlage. Der Gebäudekomplex auf dem Schloßberg ist ein Wahrzeichen der Stadt Quedlinburg, eine Station auf der Straße der Romanik und gehört darüber hinaus zum Weltkulturerbe.

Mit großer Wahrscheinlichkeit war die imposante Geländeerhebung schon in prähistorischer Zeit besiedelt. Vermutlich um 920 begann die Bebauung des Schloßberges unter König Heinrich I., wobei u.a. eine erste Kirche entstand. Heinrich I. schenkte das Anwesen seiner Frau Mathilde. Dieser Besitz ging nach seinem Tode im Jahre 936 in ein Damenstift über, welches von Mathilde bis zu ihrem Tod geführt wurde. In dieser Zeit mußte das alte Kirchenbauwerk einem neuen am gleichen Standort weichen. Doch auch dieses Gotteshaus hatte nicht lange Bestand - um die Jahrtausendwende begannen an dieser Stelle die Bauarbeiten für eine noch prachtvollere Stiftskirche, welche im Jahre 1021 geweiht wurde.

Nach einem Großbrand im Jahre 1070 wurde dieser romanische Bau wieder neu errichtet und 1129 in Anwesenheit des Königs und mehrerer Bischöfe geweiht. Dieses Bauwerk können Sie bis in unsere Tage hinein fast unverändert auf dem Quedlinburger Schloßberg sehen. Lediglich um 1320 erfolgten größere Umbauten am Hohen Chor im Stil der Gotik.

Die Quedlinburger Stiftskirche St. Servatii mit ihrem kreuzförmigen Grundriß gehört zu den bedeutensten romanischen Kirchenbauten in Deutschland. Ihr Hauptportal ist eines der ältesten deutschen Säulenportale. Da sie das Gotteshaus eines Damenstiftes war, wird sie auch heute noch gelegentlich entprechend des mittelalterlichen Sprachgebrauchs als "Dom" bezeichnet. Ende des 16. und Anfang des 18. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten an diesem Gotteshaus. Der instabile Sandsteinfelsen gab an einigen Stellen nach und verschiedene Mauern mußten teilweise neu hochgezogen werden.

Das Schloß im Stil der Renaissance entstand im 16. Jahrhundert aus der mittelalterlichen Burg. Es erhielt später bei Umbauarbeiten verschiedene Elemente des Barock sowie eine direkte Verbindung zur Stiftskirche, welche heute aber nicht mehr vorhanden ist.

Im Jahre 1802 wurde das Damenstift aufgelöst. Sein Besitz ging an das Land Preußen und 1928 an die Stadt Quedlinburg. Seit dem Jahre 1994 stehen die Gebäude auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Schloß und Stiftskirche können heute gegen ein Entgelt besichtigt werden. Im Schloß befindet sich u.a. ein Museum. Besondere Ausstellungsstücke dieses Schloßmuseums sind z.B. der legendäre Raubgrafenkasten sowie frühgeschichtliche Funde wie die Goldscheibenfibel.

In der Schatzkammer der Stiftskirche St. Servatii können Sie den mehr als 1000 Jahre alten Domschatz besichtigen. Unter dem Chor befindet sich die Krypta und in dieser die Grabstätte des ersten deutschen Königspaares - des bereits erwähnten Heinrich I. und seiner Ehefrau Mathilde. Es war der ausdrückliche Wunsch Heinrichs I., in Quedlinburg bestattet zu werden. Allerdings befinden sich seine Gebeine heute nicht mehr hier, sondern lediglich die seiner Gemahlin.

Der Schloßberg ist seit Jahrzehnten Sanierungsgebiet. Besonders der empfindliche Sandstein bereitet den Denkmalschützern immer wieder Sorgen. In der jüngeren Vergangenheit wurden die Stützmauern teilweise erneuert und noch besser im Untergrund sowie im Felsgestein des Berges verankert. Dennoch sind auch in näherer Zukunft weitere Sicherungsarbeiten und damit zeitweilige geringe Einschränkungen für Besucher nicht vermeidbar. Das alles sollte Sie aber nicht von einer Besichtigung dieser besonderen historischen Stätte mit ihren imposanten Bauwerken abhalten.

 


Mehr Informationen zum Schloßberg:
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