Der Salza-Spring (Salza-Quelle)

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Salzaspring
Der Salzaspring wird im Volksmund "Salzaquelle" genannt.
Die Salza ist einer der kleineren Flüsse im südlichen Harzvorland, besitzt aber eine besondere Quelle. Diese heißt Salza-Spring und ist die größte Karstquelle in Thüringen und nach der Rhumequelle die zweitgrößte im Südharzer Gipskarstgebiet. Sie befindet sich nordwestlich von Nordhausen am Fuße des Kohnsteins unweit der dortigen Gedenkstätte Mittelbau-Dora.

Das Quellwasser stammt aus zahlreichen Versickerungen im porösen Karstgestein - u.a. aus diversen kleinen Bachschwinden der näheren und ferneren Umgebung, aus der "Kelle" sowie aus Niederschlagswasser. Den bedeutendsten Anteil liefern aber die beiden größeren Flüsse Wieda und Zorge, auf deren Wasserführung die Quelle der Salza mit mehrwöchiger Verzögerung reagiert. Das Einzugsgebiet der Salzaquelle reicht vermutlich bis in die Gegend um Tettenborn in Niedersachsen.

Die Salza-Quelle befindet sich an einer geologischen Störungszone. Den wasserführenden Schichten stellt sich hier ein massiver, wasserundurchdringlicher Felsblock aus Buntsandstein in den Weg. Dadurch wird das Grundwasser an mehreren nahe beieinander liegenden Stellen an die Erdoberfläche gedrückt.

Die Hauptquellen befinden sich in einem 125 Meter langen und maximal 70 Zentimeter tiefen Quellteich. Pro Sekunde strömen hier im Durchschnitt 700 Liter Wasser aus dem Boden. Die Salza-Quelle versiegt auch in Trockenzeiten nie, wobei die Wasseraustrittsmenge zwischen ca. 200 und bis fast 1500 Litern pro Sekunde schwanken kann. Während das westliche Ufer des Salza-Springs fast geradlinig verläuft, gibt es am Ostufer mehrere größere Ausbuchtungen. Diese haben so eindrucksvolle Bezeichnungen wie "Euter", "Stiefel" und "Tabaksbeutel".

Zum Quellgebiet gehört auch eine mit durchschnittlich 60 Litern pro Sekunde ebenfalls recht ergiebige Nebenquelle mit der Bezeichnung "Grundloses Loch". So tief, wie der Name dieses alten Erdfalls vermuten läßt, ist dieses fast kreisrunde Quellgewässer aber garnicht. Der Boden des "Grundlosen Loches" ist bereits bei 3,50 Meter erreicht. Sowohl der eigentliche Salza-Spring als auch das "Grundlose Loch" liefern das gesamte Jahr hindurch ein mit etwa 9,5 Grad Celsius relativ konstant temperiertes Wasser. Dadurch friert die Salza auch in sehr kalten Wintern nicht zu.

Die Quelle der Salza zählt zu den eindrucksvollsten Karsterscheinung in Thüringen. Sie stellt außerdem ein schönes und beliebtes Wanderziel sowie gleichzeitig ein schützenswertes Naturdenkmal dar. Auf einem schmalen Weg kann die imposante Karstquelle umwandert werden. Dieser Weg ist ein Teilstück des Karstwanderweges, welcher den "Salza-Spring" mit zahlreichen weiteren interessanten Sehenswürdigkeiten der Südharzer Karstlandschaft verbindet.

 


Andere bedeutende Karstquellen im Südharz:
Die Rhumequelle | Der Mühlenteich in Förste

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Weitere Informationen:
Die Salza | Das Grundlose Loch | Der Nordhäuser Stadtteil Salza | Der Kohnstein | Die Gedenkstätte Mittelbau-Dora | Der Karstwanderweg | Begriffserklärungen zu Karsterscheinungen | Die Kelle | Die Rhumequelle | Die Wieda | Die Zorge

In der näheren Umgebung befinden sich:
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