Die Glockensteine

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Die Glockensteine
Die Glockensteine bei Steigerthal stammen aus dem Spätmittelalter und sind stumme Zeugen eines heute fremdartig erscheinenden Rechtsverständnisses.
Die Glockensteine stehen an einer Weggabelung rund 800 Meter südwestlich von Steigerthal am Rande eines kleinen Waldstückes. Sie gehören zu den nach mittelalterlichem Recht aufgestellten Sühnesteinen. Diese Steine erinnern daran, daß an ihrem Standort ein Mensch vorzeitig aus dem Leben schied. Vorübergehende Personen sollten durch derartige Sühnekreuze dazu angehalten werden, für den ohne "letzte Ölung" Heimgegangenen zu beten und um sein Seelenheil zu bitten.

Der Sage nach hat an dieser Stelle ein Glockengießermeister seinen Gesellen erschlagen, weil dieser eine bessere Arbeit zustande brachte als er selbst. Nach seiner Hinrichtung wurde der Mörder ebenfalls an diesem Ort vergraben.

Die drei aus Sandstein bestehenden Steinkreuze wurden im Spätmittelalter aufgestellt, der genaue Zeitpunkt ist aber unbekannt. Von den drei Sühnekreuzen blieb lediglich das mittlere bis in unsere Zeit hinein vollständig erhalten. Alle drei Steine weisen deutlich erkennbare Gravuren auf. Bei zweien stellen diese ein Gerbereisen dar und auf dem dritten die Klinge einer Stichwaffe.

Die Glockensteine befinden sich am Rande des Karstwanderweges. Wenn Sie diesen Weg durch das Südharzer Gipskarstgebiet begehen, kommen Sie auch an den drei markanten Steinen vorbei. Eine weitere gute Möglichkeit zum Erwandern der Glockensteine besteht aus der Ortslage Steigerthal heraus. Der Weg zu den drei Sühnesteinen ist von dort ausgeschildert.

 


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Weitere Informationen:
Die Sage von den Glockensteinen | Steigerthal | Der Karstwanderweg | Stein- und Sühnekreuze im Harz

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