Traditionen und Brauchtum in Ströbeck rund um das Schachspiel

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Schachsymbolik in Ströbeck
Schachsymbolik an einer Gebäudewand in Ströbeck
Im Zusammenhang mit dem Schachspiel haben sich in Ströbeck im Verlauf der Jahrhunderte zahlreiche eigentümliche Bräuche und Traditionen entwickelt und erhalten. Einige von diesen sollen hier kurz vorgestellt werden.

In unseren Tagen nicht mehr üblich ist die Huldigung an den neuen Landesherren. Seit dem Mittelalter erhielt dieser von den Bewohnern des Ortes beim Regierungsantritt ein wertvolles Schachspiel, wofür er diesen wiederum besondere Privilegien gewährte. Ein derartiges Vorgehen wäre heute undenkbar, denn unsere Politiker sind schließlich nicht korrupt, sondern ausnahmslos alle durch und durch ehrliche Leute.

Völlig harmlos ist dagegen die auch in der Gegenwart noch praktizierte Tradition des Lebendschachs. Bei diesem erstmals im Jahre 1688 urkundlich erwähnten Spiel unter freiem Himmel werden als Schachfiguren verkleidete Menschen eingesetzt. Schauplatz dieses auch für Profis oftmals sehr unübersichtlichen, dafür aber sehr publikumswirksamen Spektakels ist der zentral gelegene "Platz am Schachspiel" in Ströbeck.

Im 17. Jahrhundert entstand der Brauch, daß der Bräutigam vor der Hochzeit gegen den Dorfschulzen eine Partie Schach spielen mußte. Verlor der zukünftige Ehemann das Spiel, wurde ein Obolus für die Gemeindekasse fällig. Diese Tradition wird auch in der Gegenwart (wieder) gepflegt.

Gelangte der neue Landesherr auf einer Durchreise in Ströbeck an, erhielt auch dieser das Angebot, gegen den Dorfschulzen eine Partie Schach zu spielen. Der Überlieferung nach soll im Jahre 1651 der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm bei dieser Gelegenheit gegen die Bauern des Ortes verloren haben. Er schenkte dem Ort darauf hin ein kostbares Schachbrett, welches noch heute im Schachmuseum besichtigt werden kann. Aus verständlichen Gründen muß auch dieser Brauch in unseren Tagen pausieren.

 


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Weitere Informationen:
Das Schachdorf Ströbeck | Der Ortsplan von Ströbeck | Das Schachmuseum | Das Lebendschach

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