Wasserlösungsstollen / Erbstollen im Harz

Der Wasserlösungsstollen ist der Entwässerungsstollen in einem Bergwerk. Meistens leiteten sogar alle Erzgruben eines gesamten Bergbaureviers ihr Grubenwasser über den gleichen Wasserlösungsstollen ab. Im Harz - aber auch ganz allgemein - wurde dieser Stollen üblicherweise als Erbstollen erbaut, d.h., er war mit besonderen Rechten versehen. Ein Wasserlösungsstollen wurde von einem möglichst tief liegenden Ansatzpunkt oft weit außerhalb des Grubenfeldes in das Revier hineingetrieben. Daher lag das Mundloch oft in einem nahen Tal oder sogar am Rand des Gebirges. Aus diesem Grund erreichten diese Stollen auch in vielen Fällen eine beträchtliche Länge.

Hatte das Bergamt das Recht an einem Erbstollen verliehen, so war dies stets mit besonderen Bedingungen verknüpft. Diese enthielten das Recht, von allen durch den Stollen entwässerten Bergwerken eine Abgabe in Höhe des zehnten Teils der Gesamtförderung zu verlangen. Des weiteren mußte der neue Wasserlösungsstollen mindestens 7 Lachter (ca. 13,50 Meter) unter dem vorherigen Erbstollen liegen. Auf diese Weise konnte der alte Stollen "enterbt" werden, d.h., er wurde trockengelegt und ihm somit seine bisherigen Sonderrechte abgenommen. Ein Erbstollen durfte auch durch fremde Grubenfelder hindurchgetrieben werden. Beim Stollenvortrieb entdeckte Lagerstätten durfte der Betreiber des Erbstollens zum Teil für sich selbst verwerten. Dafür mußte im Gegenzug ein ständiger und reibungsloser Wasserabfluß aus den Erzgruben durch den Wasserlösungsstollen gewährleistet werden, was entsprechende regelmäßige Wartungsarbeiten nach sich zog.

Der Bau eines Wasserlösungsstollens als Erbstollen war somit eine für alle Beteiligten vorteilhafte Angelegenheit.

In der Blütezeit des Bergbaus im Harz in der Zeit vom 16. bis 19. Jahrhundert wurden zur Entwässerung der Erzgruben u.a. folgende Wasserlösungsstollen angelegt:

Weitere Informationen:
Das Oberharzer Wasserregal | Der Burgstätter Zug | Der Rosenhöfer Zug | Der Schlüsselstollen im Mansfelder Revier | Erläuterung von Begriffen rund um den Harzer Bergbau | Gesamtfördermengen der Bergbaureviere im Harz



HomeInhaltsverzeichnisImpressum