Aus der Chronik der Burg Hohnstein

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Blick auf die Burgruine
Ein geschichtsträchtiger Ort: Die Burgruine Hohnstein
Im Zeitraum zwischen den Jahren 1110 und 1116 erwirbt Graf Konrad von Sangerhausen das Gebiet um den Hohnstein. Etwa um das Jahr 1120 läßt er auf dem Porphyrfelsen die Burganlage erbauen. Diese wird im Jahre 1130 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Nach dem Tode Konrads im Jahre 1145 erbte dessen mit dem Grafen Heseke von Orlamünde verheiratete Tochter Reinwig den Hohnstein. 1161 starb Heseke als Mönch im Kloster Huysburg. Seine Witwe übergab daraufhin ihrer mit dem Grafen Elger II. von Ilfeld verheirateten Tochter Lutrutis die Burg Hohnstein. Graf Elger gab seinen bisherigen Wohnsitz - die Ilburg bei Ilfeld - auf und siedelte in die Burg Hohnstein über. Er nennt sich in der Folgezeit - zunächst noch inoffiziell - "Graf von Hohnstein".

Graf Elger II. zieht im Jahre 1172 mit Heinrich dem Löwen im Kreuzzug gen Jerusalem. Kaiser Friedrich I. ernennt ihn im Jahre 1184 auf dem Fürstentag zu Erfurt auch regulär zum Grafen von Hohnstein. Elger II. stiftet kurz vor seinem Tod im Jahre 1190 das Kloster Ilfeld. Sein Sohn Elger III. vollendet dieses Kloster. Zu diesem Zweck läßt er die Ilburg abbrechen und deren Steine zum Bau der Klosteranlage verwenden.

Im 13. Jahrhundert wächst die Grafschaft deutlich in ihren Ausmaßen an. Dadurch kommt es zum Ende des Jahrhunderts zu ersten Konflikten mit Nordhausen. Im 14. Jahrhundert wird die Hohnsteiner Grafschaft insgesamt dreimal geteilt, wodurch sie trotz weiterer Zugewinne an Land an Einfluß verliert.

Die Burg Hohnstein wird im Jahre 1380 durch den Landgrafen von Thüringen sowie den Markgrafen von Meißen belagert und anschließend erstmalig seit ihrem Bau vor rund 250 Jahren erobert. Im Fleglerkrieg von 1412 bis 1415 nimmt der Graf Friedrich von Heldrungen die Burg abermals ein.

Im Jahre 1417 kauft der Graf von Stolberg die Burg Hohnstein. Dieser erhält 1428 vom Herzog von Braunschweig Burg und Herrschaft Hohnstein als Lehen. In der Folgezeit erfolgt eine umfassende Modernisierung der Burganlage und vor allem eine Anpassung an die veränderte militärische Technik.

Während des Bauernkrieges bringt der Abt des Klosters Ilfeld den Klosterschatz auf der Burg Hohnstein vor den plündernden Bauern in Sicherheit. Doch die Bauern nehmen daraufhin die Burg ein und bringen den Schatz des Klosters in ihren Besitz. Die Burganlage wird aber von den Bauern verschont.

Im 30jährigen Krieg hält der kaiserliche Oberst du Vuer die Burg mit seinen Truppen besetzt. Dem kursächsische Oberst Vitzthum von Eckstädt gelingt im Frühsommer des Jahres 1627 die Eroberung der Burg. Am 10. Juli des selben Jahres läßt er das Festungsbauwerk anzünden. Die Burg brennt vollständig aus und ist seit diesem Tag eine Ruine.

Nachdem die verbliebenen Überreste der Burg Hohnstein lange Zeit sich selbst überlassen bleiben, erfolgen im Jahre 1872 umfangreiche Erhaltungsarbeiten an dem alten Gemäuer. Weitere Sanierungen finden um 1890 und 1914 statt. Bis zum Jahre 1945 verbleibt die Ruine im Besitz des Fürsten zu Stolberg-Stolberg. Im Zuge der sogenannten "Bodenreform" wird die Burgruine anschließend zum "Eigentum des Volkes" erklärt. Neuer Rechtsträger wird der Rat der Gemeinde Neustadt. Um das Jahr 1970 werden wieder Restaurierungsarbeiten an den Mauern der Ruine durchgeführt. Seit dem Jahre 1994 erfolgt eine komplette Sanierung des gesamten Areals der Burganlage. Es sind die umfangreichsten Erhaltungsarbeiten seit der Brandlegung vor beinahe vier Jahrhunderten. Diese Tätigkeiten dauern zum Teil bis heute an.

In unseren Tagen ist die Burgruine Hohnstein Eigentum des Landkreises Nordhausen.

 


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