Der Iberg

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Ein Gletschertopf auf dem Iberg
Ein "Gletschertopf" auf dem Iberg
Der Iberg befindet sich im äußersten Westen des Harzes nördlich von Bad Grund. Sein Gipfel erhebt sich etwa 563 Meter über den Meeresspiegel. Der Berg stellt eine geologische Besonderheit dar. Gemeinsam mit dem benachbarten Winterberg handelt es sich um ein Kalksteinmassiv inmitten einer von Gesteinen wie Grauwacken und Tonschiefern geprägten Region.

Der Kalkstein hat seinen Ursprung in einem Korallenriff, welches sich in einer tropischer Meeresregion befand - etwa dort, wo in unseren Tagen die Insel Madagaskar liegt. Das Wachstum des Riffs begann vor rund 385 Millionen Jahren und endete ungefähr 15 Millionen Jahre später. In dieser Zeit lagerten sich unzählige kleine Organismen, welche Kalk in ihren Skeletten enthielten, am Meeresboden ab, vor allem Korallen und sog. Stromatoporen (schwammartige vielzellige Meeresbewohner).

Durch die Bewegung der Kontinente gelangte das Riff im Verlauf von Jahrmillionen an seinen heutigen Standort. Dabei war es enormen mechanischen Belastungen ausgesetzt, welche zur Verformung und Rißbildung im Gestein führten. In diese Risse konnte metallhaltiges Wasser eindringen. Als Folge dessen bildeten sich verschiedene Mineralien, u.a. das durch die Verbindung mit dem Kalk hervorgegangene Eisenkarbonat Siderit.

Bedingt durch die Hebung der Gesteinsmassen des Harzes über die umgebende norddeutsche Tiefebene hinaus gelangte auch das Kalkgestein des Ibergs in seine exponierte Lage. Auf diese Weise konnten Grund- und Oberflächenwasser durch Spalten und Risse im Gestein in den Berg eindringen. Der im Wasser gelöste Sauerstoff reagierte mit dem im Siderit enthaltenen Eisen, wodurch Brauneisenstein und Kohlendioxid entstanden. Das Kohlendioxid wiederum wandelte sich im Grundwasser zu Kohlensäure, welche das angrenzende Kalkgestein auflöste. Dadurch wuchsen um die Erzlagerstätten herum große Hohlräume im Iberg.

Brauneisenstein war ein begehrter Rohstoff und wurde vermutlich schon vor Beginn unserer Zeitrechnung im Iberg abgebaut. Dieses Eisenerz war relativ einfach abzubauen und ergab nach der Verhüttung hochwertiges Metall. In den Hohlräumen im Bergmassiv wuchsen im Laufe der Jahrtausende farbenprächtige Tropfsteine heran. Eisen- und Kupfermineralien sorgten dabei für interessante Rot-, Grün- und Blautöne.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden von Bergleuten die ersten der heute insgesamt rund einhundert bekannten Höhlen im Iberg entdeckt. Einer der größten dieser Hohlräume ist in unseren Tagen als "Iberger Tropfsteinhöhle" bekannt und ein beliebtes und bekanntes Ziel von Touristen nicht nur aus Deutschland.

Die Oberfläche des Iberges weist die typischen Merkmale eines Karstgebietes auf. Zahlreiche Vertiefungen zeigen eingestürzte unterirdische Hohlräume an. Aus diesem Grund sollten Sie die Wanderwege nicht verlassen, da die Bereiche jenseits dieser sicheren Routen nicht ganz ungefährlich sind. Die tiefsten Spalten im Kalkgestein reichen bis zu einhundert Meter in den Berg hinein. Im Gipfelgebiet können Sie z.B. die sog. "Gletschertöpfe" besichtigen, welche beinahe senkrechte Wände aufweisen und deren Grund von der Oberfläche oftmals nicht zu erkennen ist.

Dennoch wäre es falsch, den Iberg auf Grund der genannten Gefahren zu meiden, denn er stellt ein interessantes Wandergebiet dar und auf den markierten Wegen kann Ihnen nichts diesbezügliches passieren. Nahe des Gipfels steht auf dem Iberg in rund 555 Metern Höhe über dem Meeresspiegel der Aussichtsturm Albertturm. Direkt daneben befindet sich eine kleine Baude, welche zur Rast und zur Einnahme einer warmen Mahlzeit einlädt. In der Nähe gibt es einen Aussichtspunkt, welcher einen Blick auf den Tagebau am Standort des ehemaligen Winterbergs freigibt. Eine bedeutende Sehenswürdigkeit am Bergeshang stellt außerdem die bereits erwähnte Iberger Tropfsteinhöhle mit dem "HöhlenErlebnisZentrum" dar.

Im Inneren des Ibergs befindet sich außerdem ein Therapiebereich der besonderen Art. Der praktisch staubfreie Eisensteinstollen ermöglicht Personen mit Allergien und Erkrankungen der Atemwege eine deutliche Linderung ihrer Leiden und unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Chance auf Heilung. Sie erreichen diesen für die allgemeine Öffentlichkeit nicht frei zugänglichen ehemaligen Bergwerksstollen über den von der Iberger Tropfsteinhöhle zum Ortszentrum von Bad Grund führenden Wanderweg durch das "Märchental".

 


Weitere Informationen:
Der Albertturm auf dem Iberg | Die Iberger Tropfsteinhöhle | Der Eisensteinstollen | Der Schweinebraten | Berge im Harz

In der näheren Umgebung befinden sich:
Bad Grund | Der Hübichenstein | Der WeltWald Harz

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