Questenberg

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Blick auf Questenberg
Blick von der Queste auf Questenberg
Am Südrand des Harzes liegt im Tal des kleinen Flüßchens Nasse der Ort Questenberg. Die heute etwa 300 Einwohner zählende Ortschaft wurde im Jahre 1397 erstmals urkundlich erwähnt. Viele Jahrhunderte weiter zurück in die Vergangenheit reichen aber die ersten Siedlungsspuren im Gebiet um Questenberg. Frühgeschichtliche Funde aus der Umgebung datieren auf die Zeit um ca. 500 vor unserer Zeitrechnung. Aus dieser Ära sind diverse Reste von prähistorischen Befestigungsanlagen auf den den Ort umgebenden Bergen erhalten geblieben.

Auf einem den Ort um etwa 70 Meter überragenden Bergsporn steht außerdem die Ruine der mittelalterlichen Questenburg. Die Festungsanlage wurde vermutlich im frühen 13. Jahrhundert im Auftrag der Grafen von Beichlingen erbaut. Anfang des 14. Jahrhunderts gelangte sie in den Besitz der Grafen von Hohnstein, später an den Landgraf von Thüringen und letztendlich unter die Herrschaft der Grafen von Stolberg. In unseren Tagen sind noch der Stumpf des Bergfrieds sowie Teile der Burgmauern, des Palas sowie der Keller zu sehen.

In vergangenen Jahrhunderten baute man im Gebiet um Questenberg Kupferschiefer ab. Einige Hinterlassenschaften dieser Bergbautätigkeit sind bis heute sichtbar. Doch Bedeutung erlangte der kleine Harzort durch seine diversen anderen Besonderheiten.

Als uralte Tradition hat sich das Questenfest bis in unsere Tage hinein erhalten. Jedes Jahr am Pfingstmontag wird diese vermutlich auf einen germanischen Sonnenkult zurückgehende Feier zelebriert. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Queste, eine mögliche Variation der germanischen Irminsul, welche ganzjährig auf einem Berg am Ortsrand zu sehen ist.

Ungewöhnlich für einen Ort dieser geringen Größe ist die Rolandstatue als Zeichen des Marktrechtes und der eigenen Gerichtsbarkeit. Eine erstmalige Erwähnung eines Rolands in Questenberg stammt aus dem Jahre 1730. Die Figur wechselte im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach ihren Standort. Sie besteht aus Eichenholz und weist eine Höhe von etwas mehr als drei Meter auf.

Ein deutlich das Antlitz von Questenberg prägendes Bauwerk ist die Kirche "St. Mariä Geburt". Sie wurde im Jahre 1495 erstmals in einem Schriftstück erwähnt, stand aber schon lange Zeit vorher an diesem Platz. Die ältesten erhaltenen Teile der Questenberger Kirche stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das Gotteshaus erlebte mehrfach Um- und Ausbauten und erhielt sein heutiges Aussehen im Jahre 1962. Eine Eigentümlichheit stellt der Kirchturm mit seinem Obergeschoß in Fachwerkbauweise dar. In der Ortslage Questenberg finden Sie darüber hinaus noch verschiedene weitere schöne Fachwerkhäuser.

Questenberg liegt inmitten des Südharzer Gipskarstgebietes. Ein heute nicht mehr zugängliches Karstphänomen stellt die am Ortsrand gelegene Questenhöhle dar. Sie war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Schauhöhle und beliebte Touristenattraktion. In unseren Tagen kann diese einen großen Höhlensee beherbergende Gipshöhle nur noch von Forschern betreten werden.

Große Flächen um Questenberg sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Sehr romantisch ist das von steilen Felsen begrenzte Tal der Nasse. Durch Questenberg führen der Radfernweg "Harzrundweg" sowie der Karstwanderweg. Dieser lädt zu einer interessanten Wanderung durch die sehenswerte Karstlandschaft ein.

 


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Weitere Informationen:
Das Questenfest | Die Burgruine Questenburg | Die Questenhöhle | Der Karstwanderweg | Bilder aus Questenberg

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