"Waldsterben" am Bruchberg

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Waldsterben am Bruchberg

"Erst stirbt der Wald, dann der Mensch" - Das sog. "Waldsterben" war Ende des 20. Jahrhunderts ein fast ausschließlich nur in Deutschland kontrovers diskutiertes Thema. Das massenhafte Absterben der Bäume wurde zumindest teilweise vom Menschen verursacht. Die prophezeihte große Katastrophe fiel allerdings aus, auch wenn stellenweise große Mengen toter Bäume auch im Harz das Landschaftsbild bestimmten.

Betrachtet man obiges Bild genauer, kann man zwischen den Baumleichen neuen Wald heranwachsen sehen. Wie hier inmitten der Kernzone des Nationalparks Harz am Bruchberg nahe des Clausthaler Flutgrabens sieht es auch in zahlreichen anderen Gebieten im Oberharz aus.

Sieht man noch genauer hin, erkennt man noch viel mehr. Es ist nicht der Wald, der stirbt, sondern es sind "nur" die Fichten. Allerdings bestehen die Harzer Wälder zu einem großen Teil aus dieser Baumart.

Einst wurden diese schnell wachsenden Bäume als Rohstofflieferant für den Bergbau und für die Hüttenindustrie auf den für ebendiese Wirtschaftzweige zuvor weiträumig abgeholzten Flächen neu angepflanzt. Dies geschah auch in Regionen, für welche die Fichte eher ungeeignet war. Sie liebt es kalt und feucht, doch in den unteren Regionen der Harzer Berge ist es für sie zu warm - und in letzter Zeit auch zu trocken.

Der auch als Buchdrucker bezeichnete Borkenkäfer mag es genau anders herum. Er befällt normalerweise alte und geschädigte Fichten und sorgt so für einen gesunden Baumbestand. Doch in von Wärme und Trockenheit geschwächten Fichten-Monokulturen zeigt er durch Massenvermehrung seine verheerenden Möglichkeiten. Riesige Flächen zeigen dann Symptome eines "Waldsterbens".

Seit vielen Jahren versucht man im Nationalpark Harz, die zukünftige Waldentwicklung zu steuern. Eine typische Maßnahme sind Initialpflanzungen von standortgerechten Laubbaumarten, um in einigen Jahrzehnten hier einen naturnahen Mischwald zu erhalten. Auf lange Sicht wird die Fichte in die kühleren Höhenlagen des Gebirges zurückweichen - eine Region, die ihr entspricht und wo der Borkenkäfer sich nicht wohlfühlt. Bis es aber soweit ist, werden noch viele Fichtenwälder im Harz ein vorzeitiges Ende finden und verunsichernde Bilder von einem scheinbar toten Wald liefern.

 


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Weitere Informationen:
Der Bruchberg | Der Clausthaler Flutgraben | Der Quitschenberg | Der Nationalpark Harz | Bilder aus dem Gebiet rund um den Bruchberg | Bilder vom Clausthaler Flutgraben

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Die letzten stummen Zeugen des Waldsterbens auf dem Höhenzug "Auf dem Acker" | Totholz am Quitschenberg

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