Vidar (Víðar)

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Vidar (sinngemäß "Krieger des Waldes", alternative Schreibweisen "Víðar", "Widar" oder "Vidarr") ist der Sohn von Wotan und der Riesin Grid (Gríðr). Seine Halbbrüder sind Donar (Thor), Hermodur, Hödur, Balder und Vali. Über seine weiteren Familienverhältnisse ist nichts bekannt.

Vidar ist nicht nur der Gott der Rache, sondern auch ein Natur- und Waldgott, gewissermaßen also der "Feld-, Wald- und Wiesengott" der nordischen Mythologie. Er wohnt in Asgard an einem stillen und friedlichen Ort, welcher Landwidi bzw. Widi genannt wird. Dieses Gebiet wird als grüne und von Gesträuch und hohem Gras bewachsene Gegend beschrieben. Der Name dieser Götterwohnung, welche im Tierkreis (Tyrkreis) mit dem Sternbild Skorpion verbunden wird, steht möglicherweise mit dem Götternamen selbst im Zusammenhang.

Vidar liebt die Einsamkeit und spricht nicht viel, weshalb er auch den Beinamen "Der schweigsame Ase" trägt. In manchen alten Schriften wird er gar als stummer Gott bezeichnet.

Vidar ist groß, ruhig und freundlich und nach Donar der stärkste der Asen. Als einziger aus diesem Göttergeschlecht wird dieser Sohn Wotans nicht von Loki in dessen berüchtigten Spottreden - den sog. "Zankreden" - verhöhnt.

Vidar besitzt einen besonderen Schuh, welcher aus unzähligen kleinen Lederstreifen besteht. Diese Stücke sind aus allen Zeiten hindurch gesammelte Reste aus der Schuhproduktion der Menschen.

Zu Ragnarök spielt Vidar eine entscheidende Rolle. Nachdem der Fenriswolf Wotan verschlungen hat, setzt Vidar seinen ledernen Schuh in den Unterkiefer des Wolfes und reißt ihm anschließend den Rachen auf. Durch den offenen Schlund stößt er diesem Kinde Lokis die Klinge bis in das Herz und rächt somit den Tod seines Vaters.

Vidar gehört zu den wenigen Göttern, welche Ragnarök überleben. In der darauf folgenden erneuerten und friedlichen Welt herrscht er gemeinsam mit seinem Halbbruder Vali.

 


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Mehr Informationen:
Die Götter der Germanen | Wotan (Òðin) | Loki | Der Mythenweg in Thale

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