Geschichte der deutschen Eisenbahn - Die Epoche II

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Die Epoche II war in Deutschland die Zeit der "Deutschen Reichsbahn". Sie reicht vom Jahre 1920 bis in die frühe Nachkriegszeit (etwa bis 1950).
Zu Beginn der 1920er Jahre wurden die Staatseisenbahnen aus der Epoche I durch das Deutsche Reich übernommen. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) verfolgte das Ziel einer möglichst großen Rationalisierung und Standardisierung des gesamten Eisenbahnwesens.

Aus der Zeit der Länderbahnen existierte eine große Anzahl verschiedenster Fahrzeuge, welche neue und vereinheitlichte Bezeichnungen erhielten. Diese Standardisierungen erstreckten sich außerdem auf die Bau- und Betriebsvorschriften der Eisenbahn sowie die Anstriche und Beschriftungen der Fahrzeuge. Zu Beginn der 2. Eisenbahn-Epoche hatte das deutsche Streckennetz seine größte Ausdehnung. Während dieser Zeit erfolgte die Elektrifizierung eines Teils dieses Netzes.

Die ersten fünf Jahre der Epoche II stellen die Periode a dar. Den Auftakt bildete am 1. April 1920 der Staatsvertrag zur Gründung der Reichseisenbahnen als Zusammenschluß der bisherigen Länderbahnen. Es entstanden die ersten Einheitspersonenwagen, welche einen internationalen Standards (RIC, RIV) entsprechenden Wagenübergang erhielten. Zu dieser Zeit erfolgte außerdem der Bau der ersten Elektrolokomotiven. Bei den Güterwagen wurde während der Periode a die Austauschbauart eingeführt.

Die Periode b der Epoche II umfaßt den Zeitraum von 1925 bis 1937. Nach der Gründung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) erfolgten zahlreiche Neuanschaffungen von Fahrzeugen. Die bereits vorhandenen Dampf- und E-Loks wurden zwecks Vereinheitlichung umgezeichnet. Im Oktober 1928 wurde in Deutschland die 4. Wagenklasse aufgehoben. Die betroffenen Wagen wurden nach ihrer Umzeichnung für die 3. Klasse umgerüstet.
Bei der Lok-Entwicklung setzte die DRG vor allem auf größere Geschwindigkeiten. Es entstanden Schnelltriebwagen wie z.B. der "Fliegende Hamburger" sowie stromlinienförmige Dampfloks wie die der Baureihe 05, welche eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreichten.

Bereits Ende der 20er Jahre gab es in Süddeutschland, Mitteldeutschland und Schlesien drei größere und voneinander unabhängige elektrische Streckennetze. In den 1930er Jahren wurden diese miteinander verbunden und es erfolgte dann mit neuen Lok-Modellen der Einsatz von Elektrolokomotiven im großen Stil.

Von den Modelleisenbahnern kaum nachgebaut wird die Periode c der 2. Eisenbahnepoche, welche etwa von 1937 bis 1950 währte. In dieser Zeit wurden die Eisenbahnen des Saarlandes und der Österreichischen Bundesbahnen in die Reichsbahn eingegliedert.
An Fahrzeugen und Einrichtungen erfolgte die Anbringung des Reichsadlers mit dem Hakenkreuz. Während des zweiten Weltkrieges entstanden Kriegslokomotiven, Behelfspersonenwagen und Kriegsgüterwagen. Ein großer Teil des Fahrzeugparks der DRG wurde durch Kriegshandlungen beschädigt oder zerstört. Nach Kriegsende erhielten die verbliebenen Fahrzeuge die Bezeichnung der jeweiligen Besatzungszone. Des weiteren wurden alle Reichsembleme wieder entfernt.

 


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Weitere Informationen:
Hintergrundinformationen zu Eisenbahnen und Modellbahnen (nicht nur) im Harz | Die Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung (KPEV) | Die Eisenbahn-Epochen im Überblick

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