Aus der Geschiche der Stadt Benneckenstein

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historischer Mühlstein
Dieser historische, aus der Kämmerei-Mahlmühle stammende Mühlstein liegt unweit eines Einkaufsmarktes südlich des Wilhelm-Schmidt-Parks, wo er im Jahre 2009 bei Ausschachtungsarbeiten gefunden wurde.
Bereits im ausgehenden Frühmittelalter war die Rappbode im heutigen Stadtgebiet von Benneckenstein ein Grenzfluß zwischen dem Bodfeld und dem Thuringgau. Diese Funktion sollte das kleine Gebirgsbächlein über mehrere Jahrhunderte hinweg behalten.

Über die Rappbode führte der sog. "Thüringer Weg", eine wichtige Handelsverbindung zwischen Nordhausen und Quedlinburg. Ob der Grenzübergang befestigt oder bewacht war, läßt sich heute nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Belegt ist jedoch eine schriftliche Nennung des Ortes als "Beneken brugge" aus dem Jahre 1253. Dieses Datum gilt seither als erste urkundliche Erwähnung Benneckensteins.

Das älteste Siedlungsgebiet befand sich vermutlich zwischen der heutigen Kirche und der Rappbode rund um den Wildenberg. Die ersten Bewohner stammten vermutlich aus der Region Holstein. Sie lebten vorwiegend als Bauern und Bergmänner sowie Hüttenarbeiter.

Auf dem weiter nordwestlich gelegenen Höhenzug zwischen dem Wildenbach und der Rappbode stand einst die Burg Benneckenstein. Sie wurde im Jahre 1344 vom Honsteiner Grafen Heinrich IV. errichtet. Diese Festung bestand aus Vor- und Hauptburg mit dem Palas und dem Bergfried sowie einer Vielzahl von Wohn- und Versorgungsgebäuden für die Burgbesatzung. Die von einem Graben umgebene Burg Benneckenstein diente vorwiegend als Schutzburg und Verwaltungssitz der Hohnsteiner Grafen. Während des Dreißigjährigen Krieges zerstörte die Armee Tillys die Festungsanlage im Jahre 1627 vollständig im Rahmen einer Vergeltungsaktion gegen die Harzschützen. In unseren Tagen sind keine Überreste der Burg Benneckenstein mehr vorhanden.

Als Folge mehrerer Erbteilungen fielen einzelne Ortsteile von Benneckenstein im Hochmittelalter an verschiedene regionale Herrscher. So gehörte der damalige Flecken zeitweilig zu den Grafschaften Hohnstein, Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen. Das Gebiet nördlich der Rappbode gelangte ab 1648 zu Brandenburg und in der Folge zu Preußen.

Der 30jährige Krieg machte auch um Benneckenstein keinen Bogen. Die Bevölkerung unterstützte die Partisanenbewegung der Harzschützen, welche die fremden Söldner bekämpfte. Am 11. Juli 1627 brannten die kaiserlichen Truppen unter Tilly deshalb in einer Strafaktion Benneckenstein vollständig nieder. Weitere verheerende Spuren hinterließen im Ort die Pestepidemien der Jahre 1598 und 1681/82.

In der frühen Neuzeit entwickelte sich Benneckenstein zum Mühlenstandort. Den Wasserreichtum des Ortes nutzen die drei Mahlmühlen Hüttemühle, Kämmerei-Mahlmühle und Erbpachtmühle als Antriebsenergie für die Mühlräder. An der Stelle des heutigen Wilhelm-Schmidt-Parks befand sich bis zum Jahre 1867 der Mühlteich der Erbpachtmühle, einer kombinierten Säge- und Mahlmühle. Als letzte der drei Mühlen stellte die an der Rappbode gelegene Kämmereimühle in den 1960er Jahren ihren Betrieb ein.

Am 14. Februar 1741 kaufte der Preußenkönig Friedrich II. den Schwarzburger Ortsteil von Benneckenstein, worauf der Ort nach 368 Jahren unter verschiedenen Herren wieder vereint war. Gleichzeitig wurde der bisherige Flecken zur Stadt erhoben.

Nach dem Niedergang des Bergbaus lebten viele Einwohner Benneckensteins vom Handwerk. Die Stadt entwickelte sich zu einem Zentrum der Streichholzherstellung und dem Schmieden von Nägeln. Später hielten außerdem Holz- und Textilindustrie Einzug. Seit dem Jahre 1887 durfte sich Benneckenstein Kurort nennen. In der Folge wurde der Fremdenverkehr zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor, gefördert obendrein im Jahre 1898 durch den Anschluß der Stadt an die Harzquerbahn.

Ab 1934 befand sich in Benneckenstein das Trainingslager der deutschen Box-Nationalmannschaft sowie später auch der Ringer und Gewichtheber. Im Jahre 1952 erfolgte der Bau der Waldbühne am südlichen Stadtrand. Von 1961 bis 1972 befand sich Benneckenstein im Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze. Nach der Herausnahme aus der Sperrzone endete der für Bürger der DDR frei zugängliche Bereich am südlichen und westlichen Stadtrand.

 


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