Historische Stadtmauern im Harz

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Weberturm Goslar  
Der im 13. Jahrhundert erbaute Weberturm ist eines der verbliebenen Relikte der Goslarer Stadtmauer.  
Im Mittelalter waren große Teile der Harzregion dank des Silberbergbaus und der politischen Macht der Kaiserpfalzen eine relativ wohlhabende Gegend. Dieser sich vor allem in den Städten konzentrierende Wohlstand musste gegen allerlei Konkurrenten verteidigt werden.

Stadtmauern stellten die für diese Zwecke seinerzeit üblichen Verteidigungsanlagen dar. Man baute diese ortsbildprägenden Bollwerke vorwiegend für die menschenreichen Ortschaften am Harzrand und im Harzvorland. Bot das Gebirge noch einen gewissen natürlichen Schutz für die dortigen Siedlungen, waren in der leicht hügeligen Ebene Städte schon aus weiter Entfernung gut einsehbar.

Oft waren die massiven Stadtmauern mit ihren Wachtürmen und Stadttoren aber nur der innerste Ring eines mehrstufig gestaffelten Verteidigungssystems. Im Vorfeld gab es sehr häufig noch weitere Anlagen zur Überwachung und zur Verhinderung des unbemerkten Annäherns von feindlich gesinnten Personen. Ein Ring aus massiven Feldwarten umgab die mittelalterliche Stadt, dazu kamen Landwehren, Wälle, Teiche und dergleichen Hindernisse mehr. Besonders die Feldwarten dienten nicht nur als Beobachtungsposten, sondern auch als kurzfristige Zuflucht für Landarbeiter und andere in der Nähe befindliche Menschen.

Doch Stadtmauern waren mehr als bloße Verteidigungsanlagen. Sie stellten in nicht geringen Ausmaß auch bedeutende Grenzen dar. Innerhalb der Mauer bestand ein oftmals eigenständiges Rechtsgebiet sowie darüber hinaus ein abgeschlossenes Wirtschaftsareal. Die Mauer trennte obendrein Bürger von Bauern und war außerdem in vielen Fällen eine Grenze zwischen Machtbereichen und Kulturen.

Die erste Stadtmauern im Umfeld des Harzes entstanden im Hochmittelalter. Im Laufe der Zeit wurden diese den sich veränderden Bedingungen angepasst. Die Verteidigungsanlagen wurden in der Folge immer komplexer und raumgreifender und letztendlich teurer. Nicht jede Stadt im Harzgebiet konnte oder wollte sich diesen enormen Aufwand leisten. Aus diesem Grund bibt es hier vielerorts noch heute Mauern und Türme aus der Zeit des Mittelalters.

Das Konzept der Stadtmauer als Verteidigungsanlage einer Stadt veraltete zusehends und war spätestens Ende des 18. Jahrhunderts nicht mehr zeitgemäß. Mit dem Bau der Eisenbahn wurde die einstmals schützende Mauer nicht nur überflüssig und hinderlich, sondern sie stand der weiteren Entwicklung der Siedlung erheblich im Wege. Deshalb wurden die einstmals so nützlichen Bollwerke im Verlauf des 19. Jahrhunderts vielfach abgerissen.

Dennoch haben im Harzgebiet in etlichen Städten zahlreiche Fragmente der Stadtmauern die Zeiten überdauert. Diese Relikte der Vergangenmheit können sie deshalb vielerorts bei einem Stadtrundgang näher in Augenschein nehmen. Die folgende Auflistung gibt Ihnen ein paar diesbezügliche Tipps.


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