Der Obere Flambacher Wasserlauf

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Der Obere Flambacher Wasserlauf ist einer der zahlreichen historischen Wasserstollen im Oberharz. Er diente einst der Versorgung der Kunsträder der Bergwerke westlich von Clausthal mit Kraftwasser. Mit seinem Bau konnten die Bergleute einen großen Abschnitt des Oberen Rosenhöfer Kunstgrabens ersetzen, welcher diese Aufgabe zuvor übernahm.

Der Obere Flambacher Wasserlauf wurde in den Jahren 1842 bis 1844 angelegt. Mit diesem Wasserstollen wurde der Seidelskopf unterquert. Das Einlaufmundloch befindet sich unterhalb des Unteren Flambacher Teiches. An den Auslauf schließt sich nach kurzer oberirdischer Wegstrecke der Obere Johannisthaler Wasserlauf an, welchem wiederum der (Neue) Obere Klein-Clausthaler Wasserlauf folgt. Nach diesem letzten Stollen wurde das Wasser an die Bergwerke des Rosenhöfer Reviers übergeben.

Auf einer Länge von 780 Meter weist der Obere Flambacher Wasserlauf zwischen Ein- und Auslauf einen Höhenunterschied von 35 Zentimeter auf. Was hier als nicht sehr viel erscheint, ist aber immer noch deutlich mehr als das Gefälle im Oberen Rosenhöfer Kunstgraben. Innerhalb des Berges floß das Wasser also nicht nur schneller, sondern es erwärmte sich in der kalten Jahreszeit sogar ein wenig.

Die Verringerung der Gefahr des Einfrierens in den damals noch sehr strengen Wintern war einer der wesentlichen Gründe für den Bau eines Wasserstollens. Des Weiteren bewirkte die untertägige Wasserleitung eine Senkung der Betriebskosten sowie durch die Erhöhung des Gefälles eine damit verbundene Steigerung des hydraulischen Druckes.

Beim Bau des Oberen Flambacher Wasserlaufes kam eine seinerzeit recht moderne Technik zum Einsatz. Der Wasserstollen wurde weitestgehend aus dem Fels herausgesprengt, was nicht nur eine schnellere Bauzeit, sondern auch weniger Handarbeit zur Folge hatte. Nur den untersten wasserführenden Bereich schlug man klassisch mit Schlägel und Eisen aus dem Berg heraus, weil damals die Befürchtung bestand, dass durch eine Sprengung Risse im Gestein entstehen könnten.

Den anfallenden Abraum lagerte man auf Halden im Umfeld der Baustelle. Heute sind diese künstlichen Hügel vollständig mit Vegetation überwachsen. In der gebirgigen Umgebung sind sie für den Wanderer nicht mehr von den natürlich entstandenen Landschaftsbestandteilen unterscheidbar.

Auch in unseren Tagen ist der Obere Flambacher Wasserlauf noch voll funktionsfähig. Durch den Stollen fließt wie eh und je das Wasser der Teiche um Buntenbock zum einstigen Bergbaurevier. Damit gehört das wasserwirtschaftliche Bauwerk zum aktiven Bestandteil des Kulturdenkmals Oberharzer Wasserregal. Es steht seit 1978 unter Denkmalschutz und wurde im Jahre 2010 sogar zum Weltkulturerbe erhoben.

Wer möchte, kann den historischen Wasserstollen im Oberharz besuchen. Der Wasserwanderweg "Prinzenteich / Flambacher Teiche" z.B. führt an seinem Einlaufmundloch vorbei.


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Weitere Informationen:
Das Oberharzer Wasserregal | Der Obere Rosenhöfer Kunstgraben | Der Untere Flambacher Teich | Der Untere Flambacher Wasserlauf | Der Wasserwanderweg "Prinzenteich - Flambacher Teiche"

In der näheren Umgebung befinden sich:
Buntenbock | Clausthal-Zellerfeld | Der Haderbacher Teich | Der Obere Flambacher Teich | Der Semmelwieser Teich | Der Obere Hasenbacher Wasserlauf

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