Sleipnir

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Sleipnir
Sleipnir im Kurpark von Thale
Sleipnir ist das achtbeinige Pferd Wotans. Dieses schnellste aller Pferde kann jeden Ort in allen neun Welten erreichen.

Sleipnirs Familienverhältnisse sind selbst für die germanische Götterwelt recht ungewöhnlich. Er hat nämlich zwei Väter - den Hengst Swadilfari und den Feuergott Loki. Letzterer hatte dabei gewissermaßen eine temporäre Mutterrolle inne...

Es geschah zu der Zeit, als die Asen als Folge einer Wette beim Hrimthursen Smidhr den Bau von Asgard in Auftrag gegeben hatten. Als Lohn sollte der Riesenbaumeister die Sonne, den Mond und die Göttin Freyja erhalten. Bedingung war die Fertigstellung der Götterburg vor dem Ende des Winters. Nicht zuletzt auf Grund der Hilfe seines emsigen Arbeitspferdes Swadilfari lag der Riese gut im Zeitplan. Die Götter wurden unruhig, denn sie beabsichtigten nicht, dem Hrimthursen die versprochene Belohnung zuteil werden zu lassen.

Loki verwandelte sich deshalb in eine Stute und verführte den Hengst Swadilfari. Dieser stand somit für einige Zeit nicht für die Bauarbeiten zur Verfügung. Der Riese Smidhr schaffte es daher nicht, die Mauern von Asgard rechtzeitig zu vollenden. Er wurde von den Asen nicht nur um seinen Lohn betrogen, sondern nach Fertigstellung der Götterburg von Donar mit seinem Hammer Mjölnir erschlagen.

Aus der Verbindung mit Swadilfari wird Loki schwanger und gebärt als Stute den achtbeinigen Hengst Sleipnir. Loki schenkt dieses einzigartige Pferd seinem Blutsbruder Wotan. Das stolze Roß führt den Allvater stets in kürzester Zeit zu seinem gewünschten Ziel.

Üblicherweise sitzt Wotan selbst auf seinem Pferd, doch nach dem Tode Balders reitet sein Sohn Hermodr auf Sleipnir zu Hel in das Reich der Toten, um über eine Rückgabe des Lichtgottes zu verhandeln.

Zu Ragnarök zieht Wotan mit Sleipnir in den Kampf gegen den Fenriswolf. Beide - der einäugige Gott und sein treues Pferd - werden dabei von dem riesigen Wolf verschlungen.

Dessen ungeachtet können Sie Sleipnir auch in unseren Tagen einen Besuch abstatten. Im Kurpark von Thale erhebt sich auf einer Grünfläche eine übermannshohe Plastik des mythischen Rosses. Diese wurde von einem Künstler aus der Region für den Mythenweg angefertigt.

 


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