Die Einfahrtsschneise zum Bielsteintunnel

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Die Einfahrtsschneise zum Bielsteintunnel

Eine langgestreckte und schnurgerade Vertiefung zieht sich durch den Wald südlich des Eichenberges bei Blankenburg. Am Ende steht eine Felswand mit einem ebenfalls langen tunnelartigen Hohlraum. Dieser ist aber mit einer an ein modernes Kunstwerk erinnernden massiven Stahlkonstruktion fest verschlossen. Doch so sehr die Aussage dieser monumentalen Plastik außer Frage steht - aus nächster Nähe betrachten dürfen Sie das Objekt nicht. Funktion und Design bilden hier nämlich eine Einheit und schützen den raren Lebenraum diverser bedrohter Fledermausarten.

Doch dies war nicht immer so. Im Jahre 1872 begannen an diesem Standort im Wald die Bauarbeiten an der Erzstufenbahn (Hüttenbahn) nebst einem 466 Meter langen Eisenbahntunnel. Ab 1875 nutzte man diese das Bielsteinmassiv durchquerende Röhre nach einer Querschnittsanpassung für die Harzbahn. Diese Eisenbahnstrecke gibt es noch in unseren Tagen, wo sie unter der Bezeichnung Rübelandbahn bekannt ist.

Seit dem Jahre 1965 existiert eine am südöstlichen Berghang teilweise erheblich aufgeschüttete Umgehungsroute für den Bielsteintunnel. Der Bau des neuen Gleises war für die Elektrifizierung der Rübelandbahn notwendig, denn der Tunneldurchmesser gab den dafür erforderlichen Raum nicht her. Überlegungen, die alte Strecke beizubehalten und den nur wenige Meter unterhalb der Erdoberfläche verlaufenden Tunnel aufzuschlitzen, wurden auf Grund der damit verbundenen vorhersehbaren erheblichen Störungen des parallel weiterlaufenden Bahnbetriebes wieder verworfen. So konnte sich der seit mehr als einem halben Jahrhundert funktionslose Bielsteintunnel zu einem Refugium für das Große Mausohr und Artverwandte entwickeln.

 


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Weitere Informationen:
Die Hüttenbahn / Erzstufenbahn | Die Rübelandbahn | Der Bielsteintunnel | Bilder von Eisenbahnrelikten rund um Blankenburg

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