Der Dom "Zum Heiligen Kreuz" in Nordhausen

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Der Dom in Nordhausen
Der Dom "Zum Heiligen Kreuz" (ecclesia santae crucis)
Der Dom "Zum Heiligen Kreuz" ist ein beeindruckender Kirchenbau am Rande der Nordhäuser Altstadt. Bereits im Jahre 961 gründete Mathilde, die Witwe des ersten deutschen Königs Heinrich I., an diesem Standort ein Frauenstift. Es erhielt eine eigene Kirche und befand sich inmitten der damaligen Burganlage von Nordhausen.

Um das Jahr 1000 erhielt das Stift vermutlich von Kaiser Otto III., dem Urenkel von Mathilde, eine sehr wertvolle Schenkung. Es handelte sich um Splitter des Heiligen Kreuzes und somit um eine seltene und kostbare Reliquie, welche auch namensgebend für das Kirchenbauwerk wurde. Das Gotteshaus und damit Nordhausen entwickelten sich in der Folgezeit zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.

Im Jahre 1220 wandelte man das Damen- in ein Domherrenstift um. Dieses Domstift verfügte über Markt-, Münz- und Zollrecht und besaß außerdem für lange Zeit einen Sitz mit entsprechender Stimme im Reichstag des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1810 wurde das Stift aufgelöst und das Gotteshaus zur einfachen Pfarrkirche für die kleine katholische Gemeinde.

Schwere Beschädigungen mußte der Dom bei der Bombardierung Nordhausens im April 1945 hinnehmen. Der Dachstuhl brannte ab und die kunstvollen Fenster wurden zerstört. In der Nachkriegszeit schützte man das Gotteshaus zunächst durch ein behelfsmäßiges Dach. Um 1964 erfolgte der noch heute vorhandene originalgetreue Wiederaufbau dieses wichtigen Gebäudeteiles. Später wurde außerdem der Innenraum und die übrige Bausubstanz saniert, so daß der Nordhäuser Dom heute wieder in altem Glanz neu erstrahlt.

Das Bauwerk erfuhr im Laufe der Zeit unzählige Erweiterungen und Umbauten. Daher finden sich in ihm verschiedene Baustile und Spuren der unterschiedlichsten Baumeister wieder. Die unteren Bereiche der Türme, die Krypta und der Kreuzgang sind romanisch und stammen aus der Zeit um 1130. Sie stellen somit die ältesten erhaltenen Teile des Domes dar. Das 17 Meter hohe Langhaus wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts im Stil der Spätgotik errichtet. Auch das handgeschnitzte Chorgestühl im Inneren stammt aus dieser Epoche. Eine Besonderheit sind die sechs frühgotischen Steinstatuen aus der Zeit um 1280 mit den Darstellungen der Stifter des Nordhäuser Domes.

Im Mittelalter war es im Gegensatz zu heute üblich, nicht nur Bischofskirchen als "Dom" zu bezeichnen, sondern auch Kloster- und Stiftskirchen. Aus diesem Grund trägt das Bauwerk seit jener Zeit diesen besonderen Titel. Der Dom "Zum Heiligen Kreuz" blieb im Laufe der Geschichte bis auf den heutigen Tag ununterbrochen ein katholisches Gotteshaus. Er kann außerhalb der Gottesdienste täglich von 9 Uhr bis 16 Uhr besichtigt werden. Nach Absprache sind auch Führungen möglich.

 


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