Der Petri-Turm

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Der Petriturm in Nordhausen
Der Petri-Turm auf dem Petersberg
Auf dem Petersberg, einer Anhöhe im Stadtzentrum von Nordhausen, steht der 62 Meter hohe Turm der ehemaligen St.-Petri-Kirche. In seinem Inneren befindet sich ein kleines Museum zur Geschichte dieser Kirche und des Petersberges. Von oben haben Sie ein schöne Aussicht auf die Stadt und ihre nähere Umgebung.

Auf dem Petersberg befand sich vermutlich in vorchristlicher Zeit ein germanischer Kultort und Thingplatz, also ein Gerichts- und Versammlungsort. Im Zuge der Christianisierung war es üblich, an solchen Stellen eine Kirche zu errichten und diese dem Heiligen Petrus zu weihen.

Mit dem Bau der Petrikirche begann man vermutlich schon am Ende des 12. Jahrhunderts. Erstmals urkundliche Erwähnung fand das Gotteshaus im Jahre 1220. Dieser erste Kirchenbau wurde bereits Ende des 13. Jahrhunderts teilweise abgerissen, umgebaut und vergrößert. Im Jahre 1362 entstand der Kirchturm mit einem Helm und vier kleinen Ecktürmen. Zu dieser Zeit entwickelte sich im Umfeld der Petrikirche ein Handwerker-Wohnviertel. An dessen Rand verlief außerdem die neu erbaute Stadtmauer.

1522 wurde in der Petrikirche von einem engen Gefolgsmann Martin Luthers die erste protestantische Predigt in Thüringen gehalten. 1660 beschädigte ein Unwetter den Petri-Turm. An Stelle der beiden westlichen Ecktürmchen errichtete man in der Folgezeit eine Aussichtsplattform. Im 18. und 19. Jahrhundert befand sich im Petri-Turm die Wohnung des Türmers. Seine Aufgaben waren die Brandwache und die Wartung der Turmuhr. Um 1900 erfolgte eine umfangreiche Sanierung der Petrikirche.

Am 3. und 4. April 1945 flog die Royal Air Force zwei verheerende Bombenangriffe auf die bis dahin völlig unversehrte Stadt. Dabei wurde die historische Bausubstanz Nordhausens fast vollständig zerstört, während die Piloten die umliegenden Industrie- und Militäranlagen von der Vernichtung ausnahmen. Unzählige Menschen suchten vor dem Bombenhagel Schutz in der Petrikirche. Diese erhielt mehrere Volltreffer. Der brennende Turmhelm stürzte auf das Kirchendach. Mehr als einhundert Menschen fanden dabei den Tod. Die Petrikirche und das umgebende Stadtviertel auf dem Petersberg wurden bei dem Luftangriff dem Erdboden gleichgemacht. Lediglich die Ruine des Kirchturms ragte einsam aus dem rauchenden Trümmerfeld.

Nach dem Krieg wurden die Ruinen beseitigt, nur die Reste des Petriturms blieben an ihrem Platz. Um den Turm herum entstand in den Folgejahren ein großes Schulzentrum. Der Petri-Turm erhielt im Jahre 1954 ein notdürftiges Dach, welches 1987 durch einen neuen Turmhelm ersetzt wurde. Seit dem Jahre 1994 kann man den ehemaligen Kirchturm wieder als Aussichtsturm nutzen.

Von 2000 bis 2004 erfolgte eine tiefgreifende Umgestaltung des Petersberges für die Landesgartenschau. Es wurden die dortigen Gebäude saniert und neue Wege, Spiel- und Sportbereiche sowie Parkanlagen angelegt.

 


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Weitere Informationen:
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