Die Allzunah-Burgengruppe

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Niedere Allzunah
Der Burgplatz der Niederen Allzunah
Die Allzunah-Burgen bilden eine Gruppe von mittelalterlichen Wehranlagen auf den Bergkuppen nördlich von Herrmannsacker. Sie befinden sich oft nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Damit lagen sie einst alle in Sichtweite zueinander, wenn man einen geringeren Baumbewuchs als heute unterstellt.

Die Festungen entstanden in der Mitte des 13. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Erbfolgekrieg zwischen den Grafen von Anhalt und dem Markgrafen von Meißen. Bauherren waren bei den meisten oder möglicherweise sogar bei allen Burganlagen die anhaltinischen Grafen. Die Allzunah-Burgen sollten die von Siegfried von Anhalt besetzte Ebersburg schützen.

Das zentrale Bauwerk der Allzunah-Gruppe war die Burg Schadewald. Sie stellte die größte und am stärksten befestigte Anlage dar. Um sie herum standen im Osten die Burg Friedenland, im Süden die Niedere Allzunah, im Südwesten die Westliche Allzunah und im Nordwesten die Burg Lehnberg. Somit befanden sich hier einschließlich der Ebersburg insgesamt sechs Festungsanlagen in unmittelbarer Nachbarschaft.

Nachdem im Jahre 1249 die Ebersburg in regulären anhaltinischen Besitz überging, blieb vermutlich von den Allzunah-Burgen nur Burg Schadewald ständig besetzt. Im Jahre 1326 verloren die Grafen von Anhalt die Ebersburg an die Stolberger Grafen und zogen sich darauf hin vollständig aus Nordthüringen zurück. Spätestens seit diesem Zeitpunkt verfiel auch die leerstehende Burg Schadewald - so wie wahrscheinlich zuvor bereits die anderen Befestigungen der Allzunah-Gruppe.

In unseren Tagen sind lediglich auf der Ruine Schadewald noch einige wenige Mauerreste vorhanden. Die übrigen Allzunah-Burgen sind nur noch durch die für sie geschaffenen künstlichen Geländeformationen erkennbar. Dazu gehören die ebenen Burgplätze an exponierter Stelle sowie die alle Festungsanlagen umgebenden Wall-Graben-Systeme. Diese sind meist auch für das Auge des Laien noch gut ersichtlich.

Die Burgruinen der Allzunah-Gruppe sind touristisch nicht erschlossen. Das Gelände ist schwer zugänglich und es gibt im Umfeld keinerlei Hinweisschilder. Die mittelalterlichen Wehranlagen stehen heute als Bodendenkmal unter Schutz. Gelegentlich werden Führungen zu den Allzunah-Burgen angeboten. Näheres hierzu erfahren Sie bei der Tourist-Information Nordhausen.

 


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Weitere Informationen:
Herrmannsacker | Die Burgruine Ebersburg | Die Burgruine Schadewald | Übersicht - Burgen und Burgruinen im Harz

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