Die Burgruine Ebersburg

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Burgruine Ebersburg
Burgruine Ebersburg - Blick zum Bergfried
Die Ruine der Ebersburg steht auf einem Bergsporn über dem Tal des Krebsbaches, rund einen Kilometer nördlich von Hermannsacker. Das Festungsbauwerk kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Es wurde vermutlich in den 1180er Jahren erbaut und diente zunächst der Sicherung der Grenze des Herrschaftsgebiets der Ludowinger, welche seinerzeit die Landgrafen von Thüringen waren.

Ende des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatte die Ebersburg große Bedeutung für die Thüringer Landgrafen und deren kriegerische Auseinandersetzungen mit anderen Adelshäusern. Die Festung war zudem strategisch gegen die nahe Reichsstadt Nordhausen ausgerichtet. In dieser Ära stellte die Ebersburg außerdem ein wichtiges Zentrum der landgräflichen Macht im Norden Thüringens dar.

Im Jahre 1247 starb das Geschlecht der Ludowinger als Landgrafen von Thüringen aus und es entbrannte bald darauf ein handfester Streit um das Erbe. Die Grafen von Anhalt machten ihre durch Heirat entstandenen Ansprüche auf die Ebersburg geltend, welche jedoch vom Kaiser dem Markgrafen von Meißen zugesprochen worden war. Graf Siegfried von Anhalt belagerte daraufhin die Ebersburg. Er ließ mehrere kleinere Burgen bzw. befestigte Anlagen in nächster Nähe zur Ebersburg errichten. Etwa zwei Jahre später gelangten die anhaltinischen Grafen für längere Zeit in den Besitz der Burg.

Nach einer blutigen Auseinandersetzung mit den Grafen von Stolberg verloren die Grafen von Anhalt im Jahre 1326 diesen thüringischen Vorposten. Das Bauwerk stand fortan unter Verwaltung eines Burgvoigts. Die Ebersburg war vermutlich bis zum Jahre 1582 bewohnt. Bereits zu dieser Zeit hatte wahrscheinlich ihr Verfall begonnen. Dieser setzte sich bis ins 20. Jahrhundert fort.

Als Baumaterial für die Festungsanlage diente vor Ort gewonnener Porphyrit, welcher als Quader oder Bruchstein mit Gipsmörtel zu Mauerwerk verbunden wurde. Da in späteren Jahrhunderten keine Umbauten erfolgten, blieb die Ebersburg eine rein romanische Burganlage. Damit stellt sie eine echte Besonderheit dar, denn in Deutschland gibt es keine weitere Burg im unverfälscht reinen romanischen Stil.

Die Burganlage bestand einst aus einer Oberburg, einer Unterburg und einer Vorburg. Das Gelände fällt nach drei Seiten hin steil ab. Lediglich im Nordwesten gab es eine Verbindung der Bergkuppe mit dem übrigen Gebirge. In diesem Bereich wurde daher einst ein tiefer Halsgraben in das Gestein geschlagen.

Die einzelnen Teile der Festungsanlage waren durch Mauern voneinander getrennt und durch Gräben und Wälle gesichert. In unserer Zeit sind noch der rund 19 Meter hohe der Stumpf des mächtigen Bergfrieds, das Kammertor als Zugang zur Unterburg, einige Mauerreste des Palas sowie diverse Fragmente der Burgmauer erhalten geblieben.

Beim Kammertor handelt es sich um ein Bauwerk mit annähernd quadratischem Grundriß und zwei aufeinander folgenden Toren. Es ragt in die Unterburg hinein, wodurch der Weg zum inneren Teil der Festung durch eine schmale Gasse führt, welche für der Besatzung der Burg gut einsehbar war. So konnten mögliche Feinde effektiv bekämpft und am weiteren Vordringen gehindert werden.

Der Bergfried stellte im Belagerungsfall den letzten Zufluchtsort für die Burgbesatzung dar. Auf dem Gelände der Ebersburg steht er im Nordosten der Burganlage an einer sehr gefährdeten Stelle nahe des künstlich in den Fels geschlagenen Halsgrabens. Der Turm hat einen Durchmesser von ca. 12,4 Meter und in Bodennähe rund vier Meter dicke Mauern. Derartig starke Mauern waren zur Bauzeit im 12. Jahrhundert selten. Der Zugang zum Bergfried erfolgte einst vom Palas aus mittels einer hoch angelegten Brücke. Im unteren Bereich gab es ursprünglich keinen Eingang. Der heute dort befindliche Mauerdurchbruch ist jüngeren Datums und stammt aus dem Jahre 1868.

Seit dem Jahre 2008 finden umfangreiche Sanierungsarbeiten an den alten Mauern der Ebersburg statt. Der Bergfried wurde in diesem Zusammenhang wegen Einsturzgefahr gesperrt und mit einer Metallkonstruktion notgesichert. Ebenso dürfen einige weitere Bereiche auf dem Areal der Burgruine aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten werden. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie die Absperrungen beachten und sich nur im frei zugänglichen Bereich aufhalten.

Vom Gelände der Vor- und Kernburg haben Sie eine schöne Aussicht auf den Ort Herrmannsacker und Teile des südlichen Harzvorlandes. Im Bereich des einstigen Palasvorhofes gibt es mehrere Sitzgelegenheiten, welche zu einer kleinen Rast einladen.

Sie erreichen die Burgruine Ebersburg über Herrmannsacker und fahren von dort weiter bis zur "Sägemühle". Nebenan befindet sich am Ende der für die Öffentlichkeit freigegebenen Landstraße ein kleiner Parkplatz. Von hier sind es rund 600 Meter Fußweg bis zur Ruine. Der Aufstieg ist recht anspruchsvoll, es besteht aber auch die Möglichkeit, einen etwas längeren und dafür weniger steilen Weg zu nehmen.

 


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