Die Regensteinmühle

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rekonstruierte Wasserräder der Regensteinmühle
Das obere, kleinere Wasserrad gehörte einst zur Mahlmühle, das größere untere zur Ölmühle.
Die Regensteinmühle ist ein ehemaliger und teilrekonstruierter Mühlenstandort im Waldgebiet Heers bei Blankenburg. Sie finden diesen historischen Ort etwa einen Kilometer westlich der Burgruine Regenstein am Fuße des markanten Felsmassivs.

Die Regensteinmühle wurde vermutlich mitsamt dem Vorwerk Nienrode in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut. Sie befand sich damals im Besitz der Regensteiner Grafen und gehörte zum Versorgungssystem der Burganlage.

Etwa bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts war das als Mahl- und Ölmühle genutzte Bauwerk in Betrieb. In der Folgezeit setzte der allmähliche Verfall der Regensteinmühle ein.

Zu der Mühlenanlage gehörten einst noch diverse Wohn-, Wirtschafts- und Stallgebäude. Ihr Wasser bezog die Regensteinmühle aus einem 1920 Meter langen Mühlgraben, welcher unterhalb der Mönchemühle den Goldbach anzapfte. Von diesem Graben wurden um die Jahrtausendwende 490 Meter rekonstruiert.

Unmittelbar vor den Mühlrädern führten einst zwei erhalten gebliebene Wasserstollen das kostbare Naß durch den Sandstein zur Mühle. Einer dieser Stollen leitete das Aufschlagwasser zum Antrieb der Räder weiter, der andere diente dem Abfluß des nicht benötigten überschüssigen Wassers. Durch eine hölzerne Vorrichtung am Mundloch der Stollen war so eine Regulierung der Wassermenge möglich. Beide Wasserstollen wurden nur mit Schlägel und Eisen in den Fels getrieben.

Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgte die Integration des Ruinenkomplexes der Regensteinmühle in das Verteidigungssystem der Burg Regenstein. Durch die Preussen wurden die restlichen Bauten der Mühle im Jahre 1758 gesprengt. Die Anlage geriet bald darauf in Vergessenheit.

Erst in der Zeit von 1988 bis 1991 begann man mit der Freilegung der Ruinen der Regensteinmühle und dem Beginn einer Restauration. Die beiden Wasserräder mit einem Durchmesser von ca. 4 bzw. 5 Metern auf dem Bild sind Nachbauten, welche aus den Fundstücken der originalen Räder rekonstruiert wurden. Es ist geplant, die gesamte Regensteinmühle ebenfalls wieder herzustellen. Einen konkreten Zeitplan für dieses Vorhaben gibt es aber derzeit noch nicht.

Als guter Ausgangspunkt für eine kurze Wanderung zur Regensteinmühle eignet sich der an der Bundesstraße 81 zwischen dem Pfeifenkrug und der Autobahnauffahrt gelegene kostenlose Parkplatz. Von diesem sind es nur wenige hundert Meter Fußweg bis zu der einstigen Mühlenanlage. Unweit der rekonstruierten Mühlräder lädt ein Rastplatz zu einer kleinen Pause ein.

Im Umfeld des Goldbaches befinden sich noch mehrere weitere ehemalige Mühlenstandorte. Diese sind ebenfalls über Wanderwege gut erschlossen.


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Weitere Informationen:
Der (ehemalige) Mühlenwanderweg bei Blankenburg | Der Goldbach | Wasserstollen und Mühlgraben der Regensteinmühle | Der Heers

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