Schadeleben

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Blick auf die St.-Annen-Kirche in Schadeleben  
Die neogotische St.-Annen-Kirche steht auf einer Anhöhe im Zentrum von Schadeleben.  
Schadeleben liegt im nördlichen Harzvorland südöstlich des Höhenzuges Hakel. Der Ort am Nordufer des Concordiasees hat rund 700 Einwohner. An der Siedlung führt der internationale Radwanderweg "R1" vorüber.

Zahlreiche Bodenfunde belegen, daß das Gebiet um Schadeleben schon seit der Bronzezeit besiedelt ist. Die Siedlung selbst entstand vermutlich bereits zur Zeit der Germanen. Ihre erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 964.

Im Mittelalter lag Schadeleben am Ufer eines großen Sees, welcher sich von Gatersleben bis hin nach Aschersleben erstreckte. Die Bewohner des Ortes lebten daher zu einem nicht geringen Teil vom Fischfang. Dieser See verlandete aber in der frühen Neuzeit immer mehr. Das an seiner Stelle entstehende Sumpfgebiet wurde um 1710 auf Geheiß des Preußenkönigs Friedrich II. durch Entwässerungsgräben trockengelegt. Die hier ansässigen Menschen betrieben in der Folge Landwirtschaft.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckte man unter dem einstigen Seegrund Braunkohle. Das Vorkommen stellte sich als sehr ergiebige Lagerstätte heraus. Bald darauf begann man mit dem Abbau des fossilen Brennstoffes. Auf Grund der schwierigen Wasserhaltung in den untertägigen Gruben ging man sehr bald zur Kohleförderung im Tagebaubetrieb über.

Dieser Tagebau bestimmte das Schicksal des Ortes über mehr als ein Jahrhundert hinweg entscheidend mit. Die Einstellung der Kohleförderung im Zuge der wirtschaftlichen Umwälzungen im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung bewahrte den Ort davor, dem Tagebau zum Opfer zu fallen.

Das rund 70 Meter tiefe Tagebaurestloch läuft seit der Abstellung der Pumpen im Jahre 1996 allmählich mit Wasser voll. Auf diese Weise entstand südlich von Schadeleben der Concordiasee, welcher seit 2002 touristisch genutzt werden konnte. Zu Beginn des neuen Jahrtausends entstand in und um Schadeleben eine umfangreiche touristische Infrastruktur.

Das tragische Unglück am gegenüber liegenden Nachterstedter Ufer im Jahre 2009 bremste die optimistischen Vorstellungen von einer Urlaubs- und Freizeitregion rund um diesen See erheblich aus. Der Ort Schadeleben war von dem verheerenden Erdrutsch nicht unmittelbar betroffen. Alle nicht direkt am Seeufer gelegenen touristischen Einrichtungen konnten daher weiterhin in Betrieb bleiben, wenn auch nicht mit der erhofften Auslastung.

Von der Uferpromenade haben Sie einen schönen Ausblick auf den sich langsam weiter füllenden See. Dort gibt es auch ein Restaurant sowie diverse Ferienhäuser. In der näheren Umgebung befinden sich außerdem ein Reitsportzentrum und ein großer, kostenlos benutzbarer Abenteuerspielplatz für Kinder.

Schadeleben stellt einen guten Ausgangspunkt für Ausflüge in das nördliche Harzvorland dar. In der näheren Umgebung gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Doch auch im Ort selbst finden Urlauber und Tagesgäste viele Angebote vor.

Derzeit erfolgen diverse bergbauliche Sanierungsarbeiten am Concordiasee. Nach deren Abschluß soll das Gewässer voraussichtlich im Jahre 2017 wieder für die Öffentlichkeit zur Nutzung freigegeben werden.

Ein besonders markantes Gebäude in Schadeleben ist die im Jahre 1821 im Stil der Neogotik erbaute St.-Annen-Kirche. Das Gotteshaus steht auf einer kleinen Anhöhe im Zentrum des Ortes und ist bereits das dritte Kirchenbauwerk an diesem Standort.

Die Einwohner von Schadeleben tragen übrigens den humorigen Beinamen "De Bären". Diese Bezeichnung geht auf eine sonderbare Begebenheit aus dem 19. Jahrhundert zurück. Seinerzeit gingen die Schadelebener auf eine Bärenjagd. Doch das angebliche Raubtier war lediglich ein Bauer, welcher sich zum Schutz vor der Kälte mit einem Pelz bekleidet hatte. Der Bär entwickelte sich seither zum Maskottchen des Ortes.

 


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Weitere Informationen:
Die Bärenjagd zu Schadeleben | Das Harzer Seeland | Der Spielplatz "Abenteuerland" | Bilder vom Concordia-See

In der näheren Umgebung befinden sich:
Aschersleben | Frose | Gatersleben | Hoym | Nachterstedt | Quedlinburg

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