Der Eisensteinstollen

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Der Eisensteinstollen in Bad Grund
Der Eingang zum Eisensteinstollen
Der Kurort Bad Grund besitzt am nördlichen Ortsrand mit dem Eisensteinstollen eine nicht alltägliche Heilstätte. Dieser ehemalige Bergbaustollen im Kalksteinmassiv des Ibergs befindet sich am Wanderweg durch das "Märchental" etwa zweihundert Meter unterhalb der Iberger Tropfsteinhöhle. Um die Heilkraft dieses besonderen Ortes zu erfahren, müssen sich die Patienten tief in den Berg hinein begeben.

Der Eisensteinstollen wurde im Jahre 1869 zum Abbau von Eisenerz angelegt. Der heutige Stollen ist Teil eines komplexen und rund sechs Kilometer langen Gangsystems. Seit dem Jahre 1987 wird der vordere Teil des einstigen Eisenbergwerks als Naturheilstätte genutzt. Hier werden in der sog. "Speläotherapie" Atemwegserkrankungen, Allergien und diverse weitere Leiden behandelt.

Die Luft im Inneren des Eisensteinstollens ist praktisch staubfrei und die Luftfeuchtigkeit liegt nahe 100 Prozent. Dazu herrscht im Stollen über das ganze Jahr eine fast gleichbleibend niedrige Temperatur von etwa acht Grad Celsius.

Die hohe Feuchtigkeit bindet eindringende Staubpartikel, welche als Kondensationskerne fungieren, und läßt diese zu Boden sinken. Ein beständiger Luftstrom befördert außerdem möglicherweise noch verbliebene Verunreinigungen ins Freie. Dieses Naturphänomen wird auch als "dynamische Bewetterung" bezeichnet. Dadurch haben Pollen, Ruß, Staub und Co. im Eisensteinstollen keine Chance.

Der Eisensteinstollen in Bad Grund ist die einzige derartige Therapiehöhle in Norddeutschland. Im Stollen finden etwa 50 Patienten Platz. Die Wirkung der im allgemeinen drei Wochen dauernden Therapie hält meist über mehrere Monate an. Bei rechtzeitiger Behandlung ist sogar eine Heilung der Erkrankungen möglich.

 


Weitere Informationen:
Der Iberg | Die Iberger Tropfsteinhöhle | Bad Grund

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