Der Nationalpark Harz

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Eingang zum Nationalpark Harz
Der Beginn des Nationalparks ist deutlich gekennzeichnet
Der Nationalpark Harz ist ein großer deutscher Waldnationalpark mit einer Fläche von 24.732 Hektar. Damit bedeckt er ungefähr ein Zehntel der Gesamtfläche des Gebirges, vor allem in den zentralen Höhenlagen. Etwa 158 Quadratkilometer des Schutzgebietes befinden sich im Bundesland Niedersachsen und ca. 89 Quadratkilometer in Sachsen-Anhalt.

In seiner größten Ausdehnung in Ost-West-Richtung mißt der Nationalpark Harz rund 25 Kilometer und in Nord-Süd-Richtung etwa 35 Kilometer. Er grenzt im Norden an die Städte Bad Harzburg und Ilsenburg, im Osten an Schierke und Braunlage, im Süden an Herzberg und im Westen an Altenau. Die ehemalige Bergbaustadt St. Andreasberg wird an drei Seiten vom Nationalpark umgeben.

Das Schutzgebiet stellt in unseren Tagen die Heimat von mehr als 7.200 Tier- und Pflanzenarten dar. Aufgabe und Ziel des Nationalparks Harz sind der Erhalt und die Förderung der regional typischen Ökosysteme und der natürlichen Vielfalt.

Obwohl der Nationalpark Harz noch relativ jung ist, gab es schon vor langer Zeit Bestrebungen, zumindest Teile des betreffenden Gebietes besonders zu schützen. Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde eine Waldschutzverordnung für die Wälder rund um den Brockengipfel erlassen. Erste Forderungen nach der Einrichtung eines Nationalparks gab es ebenfalls schon frühzeitig - nämlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1937 erfolgte ein wichtiger Schritt hin zum heutigen Schutzstatus: Seinerzeit wurde der Oberharz rund um den Brocken zum Naturschutzgebiet erklärt.

In den Jahren der deutschen Teilung war das Brockengebiet für jeglichen touristischen Besucherverkehr gesperrt. Als Nebeneffekt der vorwiegend militärischen Nutzung der Brockenkuppe und deren strenger Abschirmung konnte sich die Natur in den Hanglagen des Berges erholen. Mit der politischen Wende in der DDR wurden auch die Karten bezüglich des Schutzstatus neu gemischt.

Eine der letzten Amtshandlungen des Ministerrates der DDR war am 1. Oktober 1990 der Beschluß zur Einrichtung des Nationalparks Hochharz. Damit erreichte man trotz vieler vorheriger Widerstände auf einer Fläche von fast 9.000 Hektar im Land Sachsen-Anhalt einen besonderen Schutz der empfindlichen Natur. Dem Nationalpark Hochharz schloß sich seit dem Jahre 1994 auf niedersächsischer Seite der damalige Nationalpark Harz an. Der heutige länderübergreifende Nationalpark Harz entstand am 1. Januar 2006 durch die Fusion beider Nationalparke.

Die tiefstgelegene Stelle des Nationalparks Harz befindet sich am Nordrand des Gebirges auf etwa 230 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gelände steigt von dort aus an bis zum höchsten Punkt auf dem Gipfel des Brockens bei 1.141 Metern. Damit umfaßt das geschützte Areal einen Höhenunterschied von mehr als 900 Metern.

Der Nationalpark weist vom Harzrand bis zur Brockenkuppe sechs Vegetationszonen auf. Zwischen den tiefsten Regionen an der Grenze zum Harzvorland bei Stapelburg und der Brockenkuppe beträgt der Unterschied in der Hauptvegetationszeit rund 90 Tage. Diese liegt auf dem Brockengipfel bei lediglich etwa drei Monaten, was die Empfindlichkeit der dortigen Pflanzenwelt besonders deutlich macht. Bedingt durch das rauhe Klima befindet sich obendrein die natürliche Waldgrenze im Harz auf einer Höhe von gerade einmal 1.100 Metern.

In den unteren Lagen des Nationalparks dominieren bis etwa 450 Höhenmeter Laubwälder mit Buchen und Eichen. Diesen schließen sich bis auf eine Höhe von rund 700 Metern Buchenwälder und darüber Mischwälder mit vorwiegend Buchen und Fichten an. In den Hochlagen oberhalb von ca. 800 Metern wachsen hauptsächlich Bergfichten. Hier gibt es auch zahlreiche nährstoffarme Hochmoore mit einer speziellen und an die extremen Bedingungen angepaßten Pflanzenwelt. Auf der Brockenkuppe widerstehen oberhalb der Baumgrenze lediglich kleine Sträucher und diverse Heidepflanzen den rauhen Wetterverhältnissen.

Das Gebiet des Nationalparks Harz wird in die drei Kategorien Naturdynamikzone, Naturentwicklungszone und Nutzungszone unterteilt. In den Naturdynamikzonen beeinflußt der Menschen die Natur nicht oder nur sehr wenig. Es finden dort keinerlei Waldentwicklungsmaßnahmen mehr statt. Dieser Bereich stellt somit die Kernzonen des Schutzgebietes dar. Die Naturdynamikzonen bedecken derzeit etwas mehr als 60 Prozent der Gesamtfläche des Nationalparks.

Auf rund 38 Prozent des Nationalparkareals erstrecken sich die Naturentwicklungszonen. Bei diesen handelt es sich um Flächen, auf welchen behutsame Waldentwicklungsmaßnahmen wie z.B. die Pflanzung von regional typischen Laubbäumen durchgeführt werden. Diese Gebiete sollen sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu Naturdynamikzonen weiterentwickeln.

Ein recht kleiner Teil von weniger als einem Prozent der Gesamtfläche zählt zu den Nutzungszonen. Zu diesen gehören u.a. kulturhistorisch wertvolle, durch menschliche Tätigkeit entstandene Landschaftsausschnitte wie Bergwiesen, Bergheiden und Schwermetallrasen, welche zum Erhalt durch Arbeiten wie Mahd und Beweidung gepflegt werden. Außerdem fallen in diese Kategorie Siedlungsgebiete und touristische Einrichtungen wie Gaststätten und Wege.

Etwa ein halbes Prozent des Nationalparkareals wird von - zumeist künstlichen - Gewässern bedeckt. Die größten von diesen sind der Eckerstausee, der Oderteich und der Silberteich.

Der Nationalpark Harz unterhält mehrere Nationalparkhäuser und Rangerstationen, ein eigenes Bildungszentrum, ein Jugendwaldheim sowie diverse Informationsstellen. Mit seinen fast 600 Kilometern ausgeschilderter Wege stellt er außerdem ein ideales Wandergebiet dar. Diese Wanderwege führen zu unzähligen attraktiven Wanderzielen unterschiedlichster Art. Zu diesen gehören solche vom Nationalpark angelegte Objekte wie das Luchsgehege und die Tierbeobachtungsstation ebenso sowie der bereits 1890 eingerichtete Brockengarten. Hinzu kommen eine Vielzahl thematischer Wege wie der Borkenkäferpfad, der Löwenzahn-Entdeckerpfad, der WaldWandelWeg, der Seelenpfad, der Urwaldstieg, der Naturmythenpfad und der Wildnispfad. Obendrein erwartet Sie im Nationalparkgebiet eine ursprüngliche Natur mit ungezählten natürlichen Attraktionen. Diese reichen von bizarren Felsen über wilde Gebirgsbäche und die erwähnten Hochmoore bis hin zum atemberaubenden Aussichtspunkt.

Im gesamten Nationalpark gilt ein Wegegebot, weshalb Sie die regulären und meist sehr gut beschilderten Wege nicht verlassen dürfen. Dieses Gebot sollten Sie auch im eigenen Interesse beachten, da vor allem in den Hochlagen direkt am Wegesrand zahlreiche Moorgebiete liegen. Beim Betreten derselben könnten Sie im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen verlieren.

In der kalten Jahreszeit stellt der Nationalpark Harz zudem ein einzigartiges Wintersportgebiet dar. Die Wälder durchziehen dann gespurte unzählige Loipen, auf welchen man eine Vielzahl an Skilangläufern beobachten kann. An Rande der Siedlung Torfhaus gibt es außerdem einen Rodelhang.

Mehr Informationen zum Nationalpark Harz finden Sie auf der Webseite www.nationalpark-harz.de.

 



»»  Lesen Sie hier die Auswertungen der im Februar 2012 durchgeführten Umfrage zum Naturschutz und Tourismus im Harz sowie einer Umfrage vom Juli/August 2013 zum Thema Ist die Brockenstraße ein geeigneter Austragungsort für ein Radrennen?.

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