Die Bielshöhle

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Das Mundloch der Bielshöhle wurde im Jahre 1672 nach einem Waldbrand auf dem Rübeländer Bielstein bei der Aufnahme der Schäden entdeckt. Erste Erkundungen dieser zunächst "Mehlloch" genannten Höhle ergaben, daß sich hier unterirdische Hohlräume beträchtlichen Ausmaßes befanden. Die vom Landesherrn beauftragten Höhlengänger beschrieben diese neu entdeckte Tropfsteinhöhle als schöner als die Baumannshöhle. Wegen der schwierigen Bodenverhältnisse erschien sie aber als Schauhöhle weniger geeignet zu sein. Darum verschloß man den Eingang mit einer Tür und das "Mehlloch" geriet im Laufe der folgenden Jahrzehnte wieder in Vergessenheit.

Die nahegelegene Baumannshöhle zog immer mehr interessierte Menschen an. Der Steiger Christian Friedrich Becker erinnerte sich an die Höhle im Bielstein und beschloß, diese ebenfalls für Besucher herzurichten. Seit dem Jahre 1788 wurde das Mehlloch durch ihn unter Mithilfe seiner beiden Töchter und Schwiegersöhne mit Treppen und Leitern begehbar gemacht. Daher nannte man das Mehlloch seither auch die "Becker-Biels-Höhle".

Auf Grund ihrer Schönheit war die Becker-Biels-Höhle bald beliebter als die etwas größere Baumannshöhle. Während der Führungen wurden die Besucher durch 15 miteinander verbundene Höhlenräume geleitet.

Als Johann Wolfgang von Goethe im Rahmen seiner drei Harzreisen in den Jahren 1777, 1783 und 1784 jeweils die Baumannshöhle besichtigte, war die Becker-Biels-Höhle noch unerschlossen. Ansonsten hätte der "Dichterfürst" sicherlich auch dieser Tropfsteinhöhle einen Besuch abgestattet.

Mit der Entdeckung der Hermannshöhle nahm das Interesse an der nun "Bielshöhle" genannten Schauhöhle ab. Nach der Übergabe der Nutzungsrechte von der Familie Becker an die Harzer Werke wurden die Führungen in der Höhle eingestellt.

In der Folgezeit verfielen die vom Menschen angelegten Wege im Inneren des Berges. Private Höhlenforscher drangen in die ungesicherte Bielshöhle ein und erkundeten sie auf eigene Faust. Zudem machten sich dort zwielichtige Gestalten zu schaffen, welche sich an den Tropfsteinen vergriffen. Daher verschloß man den Eingang mit einer massiven Stahltür, um dem unkontrollierten Treiben ein Ende zu bereiten.

Die nun menschenleere Bielshöhle entwickelte sich anschließend zum Rückzugsraum für Fledermäuse. Nur selten betraten seither offizielle Höhlenforscher die sich selbst überlassenen Hohlräume. Eine Wiedereröffnung der Höhle für Besucher ist für die nähere und auch fernere Zukunft nicht geplant.

 


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Weitere Informationen:
Rübeland | Die Rübeländer Tropfsteinhöhlen | Der Bielstein | Der Ortsplan von Rübeland | Höhlen im Harz

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