Die Neuwerker Industriebahn

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Ehemalige Eisenbahnbrücke der Neuwerker Industriebahn
Die ehemalige Eisenbahnbrücke über die Bode kann heute nur noch von Fußgängern benutzt werden.
Als Neuwerker Industriebahn bezeichnete man eine rund 2,5 Kilometer lange normalspurige Bahnstrecke im Harz. Sie wurde am 7. März 1887 eröffnet und war bis zum Jahre 1961 in Betrieb. Die Werkbahn diente dem Abtransport der Produkte der beiden Diabas-Steinbrüche am Harmsberg und an den Pfaffenköpfen. Diese Steinbrüche, welche das damals übliche Rohmaterial für den Straßenbau lieferten, befanden sich an der Bode östlich von Neuwerk. Am alten Rübeländer Bahnhof hatte die Industriebahn Anschluß an das Gleis der damals "Harzbahn" genannten Rübelandbahn.

Der Bau der Rappbodetalsperre läutete das Ende der Neuwerker Industriebahn ein. Man befürchtete durch die in den nahen Steinbrüchen notwendigen Sprengungen negative Auswirkungen auf das riesige Staubauwerk. Mit der Schließung der Diabasbrüche östlich von Neuwerk verlor auch die Eisenbahnlinie ihre Bestimmung.

Das Gleis der einspurigen Industriebahn folgte im Wesentlichen dem Verlauf der Bode. Eine Ausnahme gab es im Bereich des Melaphyrbruches bei Kreuztal, wo der Streckenverlauf durch einen Tunnel begradigt und abgekürzt wurde.

In unseren Tagen sind noch zahlreiche Überbleibsel der alten Bahnanlage sichtbar. Der Verlauf des einstigen Schienenstranges ist noch auf weiten Teilen gut nachvollziehbar. An Stelle des Gleises führt heute ein Wanderweg nach Neuwerk.

Ein verbliebener Gleisrest der Industriebahn befindet sich nordöstlich des alten Bahnhofs von Rübeland. Die Schienen enden kurz vor einem Eisenbahnviadukt über die Bode direkt neben der B27. Über dieses heute als Füßgängerbrücke genutzte Bauwerk fuhren einst die mit Diabas beladenen Güterzüge.

Ein weiteres Bahnrelikt ist der erwähnte 113 Meter lange Eisenbahntunnel am Melaphyrbruch im Ortsteil Kreuztal. Das nordwestliche, vom vorüberführenden Harzer Hexenstieg aus einsehbare Tunnelportal wurde im Jahre 2007 zugemauert. Lediglich im oberen Bereich befindet sich eine kleine Öffnung für Fledermäuse.

Das etwas schwerer zugängliche Südostportal ist mit einem Gitter versperrt. Dadurch wird dem Wanderer ein Einblick in einen Teil des gebogenen Tunnels ermöglicht.

Eine weitere Sehenswürdigkeit entlang des einstigen Bahngleises finden Sie südöstlich von Kreuztal. Am ehemaligen Melaphyrbruch befindet sich die "Pinge am Weißen Stahlberg" mit dem Überrest einer historischen Eisenerzgrube. Sie stellt heute ein Refugium für verschiedene Fledermausarten sowie andere höhlenspezifische Vertreter von Fauna und Flora dar. Aus diesem Grund steht die Pinge seit dem Jahre 2013 als "geschützter Landschaftsbestandteil" unter Naturschutz.

 


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Weitere Informationen:
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