Erläuterung von Begriffen rund um den Harzer Bergbau

  • Alter Mann:
    "Alter Mann" war im Oberharz seit Beginn der Neuzeit die Bezeichnung für die Bergleute des Mittelalters. Später wurde der Begriff auch auf die von ihnen angelegten Stollen übertragen. Ganz allgemein wird der Ausdruck heute außerdem für ausgebeutete und verlassene Erzgruben verwendet.

  • Ausbeute:
    Die Ausbeute ist der Gewinn eines Bergwerkes. Befand sich eine Erzgrube "in Ausbeute", wurde dies im allgemeinen mit einer Ausbeutefahne kenntlich gemacht.

  • Bergfreiheit:
    Die Bergfreiheit beinhaltete diverse Vergünstigungen des Landesherrn als Besitzer der Rechte an den Bodenschätzen gegenüber seinen Untertanen, in diesem Fall den Bergleuten. Diese erhielten Privilegien wie Steuerfreiheit, eigene Gerichtsbarkeit, Marktrecht, Befreiung vom Militärdienst sowie verschiedene weitere gewerbliche Sonderrechte. Damit sollten Anreize geschaffen werden, an den entsprechenden Orten Bergbau zu betreiben. Der Landesherr erhielt einen vorher festgelegten Anteil am Ertrag dieser Tätigkeit (der sogenannte "Zehnte"). Trotz all dieser Privilegien blieben die Bergleute meist arm und hatten infolge der schweren körperlichen Arbeit oft kein allzu langes Leben.

  • Fahrkunst:
    Im Jahre 1833 von Oberbergmeister Dörell erfundene technische Vorrichtung, welche die Ein- und Ausfahrt in den Berg erleichterte. Dabei wurden zwei sich gegeneinander auf- und abwärts bewegende hölzerne Gestänge mit Trittbrettern und Haltevorrichtungen versehen. Durch Umsteigen von einem Gestänge auf das andere während eines Richtungswechsels konnte man so entweder aufwärts oder abwärts fahren.

  • Freibau:
    Wenn ein Bergwerk gerade den Ertrag erwirtschaftete, welcher zur Deckung der Betriebskosten notwendig war, so befand es sich "im Freibau".

  • Gaipel:
    Ursprünglich die Bezeichnung für eine Drehvorrichtung zum Antrieb von Arbeitsmaschinen, wurde im Harz im allgemeinen als Name für das Gebäude über dem Schacht verwendet.

  • Kehrrad:
    Ein Kehrrad besitzt eine doppelte, entgegengesetzt ausgerichtete Schaufelung. Durch ein Umlenken des Wasserzulaufs konnte so die Bewegungsrichtung geändert werden.

  • Kunstrad:
    Das Kunstrad ist ein Wasserrad mit nur einem Schaufelkranz. Es wurde zum Antrieb für verschiedene technische Vorrichtungen benutzt.

  • Die 7 Oberharzer Bergstädte:
    Die Städte Altenau, Clausthal, Grund (heute Bad Grund), Lautenthal, St. Andreasberg, Wildemann und Zellerfeld entstanden durch die Anwerbung (Bergfreiheit) und Ansiedlung von Bergleuten aus anderen Landesteilen. Diese Städte verdanken ihre Existenz daher dem Bergbau.

  • Oberharzer Sprachinsel:
    Die im Oberharz neu angesiedelten Bergleute waren meist sächsischer Herkunft und behielten ihre alte Sprache auch am neuen Wohnort bei.

  • Pochwerk:
    Das Pochwerk ist eine technische Einrichtung zum Zerkleinern des Erzes. Meist wurde es in Kombination mit einer Erzwäsche als Naßpochwerk erbaut. Der Antrieb erfolgte üblicherweise durch ein Wasserrad.

  • Radstube:
    Die Radstube war ein Gebäude bzw. (unter Tage) ein Raum, in welchem sich das Wasserrad befand.

  • Schlägel und Eisen:
    Diese beiden im frühen Bergbau unentbehrlichen, weil einzigen Werkzeuge tragen in anderen Branchen die Namen "Hammer" und "Meißel".

  • Stangenkunst:
    mechanische Einrichtung zur Weiterleitung von Bewegungsenergie

  • Wasserlösungsstollen:
    Der tiefste Stollen im Berg, durch welchen das gesamte Bergwerk entwässert wurde.

weitere Informationen:
Übersicht über die Harzer Bergbaumuseen | Das Oberharzer Wasserregal | Der Bergbau im Mansfelder Land



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