Der Mönchstein (Venedigerstein)

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Mönchstein
Der Mönchstein bzw. Venedigerstein bei Schierke
Im Oberharz befindet sich im Schuppental bei Schierke ein nur wenige Meter aus dem Boden ragender Granitfelsen mit markanter Symbolik. Die dort sichtbare Figur wurde von der Harzer Bevölkerung einst als Mönch gedeutet, was aber eindeutig eine Fehlinterpretation darstellt. Dennoch ist der Fels bis in unsere Tage hinein auch unter der Bezeichnung "Mönchstein" bekannt.

Die Felsritzung stammt wahrscheinlich von den sog. "Venedigern", welche sie einstmals in den Stein hineingearbeitet haben sollen. Als Venediger oder Walen bezeichnete man im ausgehenden Mittelalter sagenumwobene Fremde aus Italien. Diese befanden sich auf der Suche nach seltenen Mineralen. Die Gravur auf dem Mönch- bzw. Venedigerstein diente vermutlich der Markierung einer Manganoxid-Fundstelle. Diese besondere Zutat wurde für die Glasverarbeitung in Murano gebraucht.

Der Mönchstein zeigt die wohl auffälligste Felsritzung eines Venedigersteins im Harz. Er fand bereits im Jahre 1518 seine erstmalige schriftliche Erwähnung. Die Gravur ist inzwischen also schon mehr als ein halbes Jahrtausend alt und im Laufe der Zeit daher auch entsprechend verwittert. In der jüngeren Vergangenheit hat man die Konturen mit dunkler Farbe nachgezogen. Somit ist die Figur seither für den Besucher dieses besonderen Ortes wieder sehr leicht erkennbar. Markierungen wie diese trugen übrigens nicht unwesentlich zur Entstehung der zahlreichen Venedigersagen im Harz bei.

Der Mönchstein bzw. Venedigerstein steht unweit der Brockenstraße zwischen Brockenbett und dem Abzweig zur Alten Bobbahn. Von dort führt ein schmaler und nicht ausgeschilderter Pfad durch ein sumpfartiges Gelände zu diesem sagenumwobenen Ort. Gleich hinter dem Granitblock strömt das kalte und klare Wasser eines namenlosen Bodezuflusses laut tosend talwärts.

Der sagenumwobene Felsen mit seiner auch historisch bedeutsamen Zeichnung befindet sich inmitten der Kernzone des Nationalparks. Die Wege dürfen hier folglich nicht verlassen werden, was auf Grund der moorähnlichen Bodenbeschaffenheit ohnehin nicht ratsam erscheint. Hinter dem Stein endet der zu einem großen Teil über Holzstege hinwegführende Pfad. Das heißt, daß Sie im Anschluß an den Besuch des eigentümlich verzierten Granitblockes das kurze Stück bis zur Brockenstraße zurückgehen müssen.

 


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Weitere Informationen:
Die Venediger im Harz | Der Nationalpark Harz

In der näheren Umgebung befinden sich:
Der Brocken | Die Brockenkinder | Schierke | Der Urwaldstieg

HARZLIFE.TV-Video:
Eine Wanderung zum Venedigerstein

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