Die Barbarossahöhle

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Der Eingang zur Barbarossahöhle
Der Eingang zur Barbarossahöhle im Jahre 2016
Am Südwestrand des Kyffhäusergebirges befindet sich bei Rottleben unterhalb der Ruine der Falkenburg die Barbarossahöhle. Diese einzigartige Anhydrithöhle war eine der ersten Schauhöhlen Thüringens und die erste große Touristenattraktion im Kyffhäuser. Der weitläufige Hohlraum im Anhydrit stellt eine geologische Besonderheit dar und kann auf rund 200.000 Besucher im Jahr verweisen. Diesen steht ein großer, kostenpflichtiger Parkplatz im Vorfeld der Höhle nahe der Landstraße zwischen Rottleben und Steinthaleben zur Verfügung.

Die Barbarossahöhle verdankt ihre zufällige Entdeckung der geplanten Wiederaufnahme des Kupferschieferbergbaus am Kyffhäuser. Sie wurde wenige Tage vor dem Weihnachtsfest des Jahres 1865 von Bergmännern auf der Suche nach dem kostbaren Erz gefunden. Zunächst erhielt sie die von der Burgruine abgeleitete Bezeichnung "Falkenburger Höhle". Doch schon nach kurzer Zeit setzte sich der an die Sage vom im Berg schlafenden Kaiser Barbarossa angelehnte Name "Barbarossahöhle" durch. Bereits im Jahr nach der Entdeckung wurden erste Besucher durch die Höhle geführt.

Zur Bekräftigung der Sage stellte man schon bald den Thron sowie einen Tisch mit der Krone des Kaisers "Rotbart" in der Barbarossahöhle auf. Seit dem Jahre 1895 erstrahlt das Innere des Berges im Schein einer elektrischen Beleuchtung. Um das Jahr 1913 entdeckte man den großen Hohlraum, welcher heute als "Dom" bezeichnet wird. In den folgenden Jahrzehnten erkundeten Höhlenforscher weitere Höhlenteile, von welchen man günstig gelegene für die Besucher freigab.

Wenn Sie heute die Barbarossahöhle besichtigen wollen, erwartet Sie dort eine faszinierende und farbenfrohe Untertagewelt mit durch Scheinwerfern gekonnt in Szene gesetzten Attraktionen. Es gibt im Berg große, weitläufige Hallen mit zahlreichen Seen mit sehr klarem und kalkhaltigem Wasser. Der Weg durch die insgesamt ca. 13.000 Quadratmeter Fläche bedeckende Höhle ist nur im Rahmen einer Führung möglich, welche ungefähr eine Stunde dauert. Sie bewältigen dabei eine Strecke von ungefähr 800 Metern sowie über diverse Stufen und meist leichtes Gefälle nochmals diverse Höhenmeter. Die Temperatur in der Tiefe des Berges beträgt das ganze Jahr über konstant 9 Grad Celsius. Achten Sie also vor allem in der warmen Jahreszeit auf eine entsprechende Bekleidung.

Die Höhlenbesichtigung beginnt mit der "Befahrung" des im Jahre 1898 angelegten, rund 160 Meter langen "neuen" Eingangsstollens. Sie treten anschließend in den "Empfangssaal" ein, einen etwa 10 Meter hohen und mehrere dutzend Meter weiten Hohlraum. Nach der Begrüßung geht es zu der in farbiges Licht getauchten Neptunsgrotte mit ihrem Höhlensee. Im Verlauf der Führung gibt es noch diverse weitere unterirdische Gewässer zu betrachten.

Als nächste Station erreichen Sie die "Gerberei" mit einer weltweit einzigartigen Attraktion. Der Name dieses Höhlenraumes rührt von den großen, bis zu einen Meter langen und nur wenige Zentimeter dicken Gipslappen an der Decke her. Die Bergmänner verglichen einst diese mit ihrem lichtschwachen Geleucht nur schemenhaft wahrnehmbaren dünnen und unförmigen Gipsgebilde mit Fellen, welche zum Trocknen aufgehängt waren.

Die bizarren Gesteinsformationen entstehen durch die Ausdehnung des Anhydrits bei der Umwandlung in Gips in Folge der Aufnahme von Wasser aus der feuchten Höhlenluft. Sie lösen sich teilweise von der Decke und bilden somit eigentümliche lappenartige Gipsscheiben. Diese wachsen maximal einen halben Millimeter pro Jahr. Irgendwann werden sie zu schwer und brechen ab und machen dadurch Platz für neu heranwachsende Gipsgebilde.

Die Besuchergruppe gelangt anschließend in den "Tanzsaal", in welchem auch die "Möbel" des sagenumwobenen Stauferkaisers zu bewundern sind. Des Weiteren warten noch besonders hohe Räume wie der Olymp und der Dom auf ihre Besichtigung. Die Decke des letzteren ist nur noch acht Meter von der Erdoberfläche entfernt. Eines fernen Tages wird hier ein natürlicher Höhleneingang entstehen.

Als Besonderheit der Barbarossahöhle können Sie zudem an verschiedenen Stellen sogenannte Alabasteraugen beobachten. Diese bestehen aus sehr reinem Gips und regen die Phantasie der Besucher an. An manchen Stellen wandelte sich das ursprüngliche Anhydrit auch in das halbdurchsichtige Marienglas um.

Auf Ihrem Weg durch die Höhle kommen Sie auch an dem vollständig im Originalzustand erhaltenen 178 Meter langen Erkundungsstollen vorbei. Dieser "Falkenberger Stollen" wurde ab dem Jahre 1860 von den Bergmännern im Verlauf von fünf Jahren in den Berg getrieben, ehe sie auf die unterirdischen Hohlräume der Barbarossahöhle stießen. Als weiteres Bergbaurelikte ist ein Betriebsstollen jenseits der "Gerberei" erhalten geblieben. In diesem wurde nach der Entdeckung der Höhle weiter nach Kupferschiefer gegraben, jedoch nur Erz minderer Qualität gefunden. Zahlende Besucher durch die untertägigen Hohlräume zu führen erwies sich schon bald als ein wesentlich einträglicheres Geschäft.

Schließlich verlassen Sie die Barbarossahöhle durch einen im Jahre 1926 angelegten neuen Ausgangsstollen. Sie gehen dabei vorbei an der Speckkammer und der Hexenküche. Bevor Sie aber wieder an das Tageslicht gelangen, sind noch zahlreiche Treppenstufen zu bewältigen.

 


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Weitere Informationen:
Bilder vom Außengelände rund um die Barbarossahöhle | Das Kyffhäusergebirge | Die Barbarossa-Sage | Die Harzer Höhlen im Überblick

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