Die Konradsburg

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Konradsburg - Klostergelände
Die Konradsburg mit Brunnenhaus und ehemaliger Klosterkirche
Die Konradsburg liegt am Nordostrand des Harzes auf einer nach drei Seiten steil abfallenden Anhöhe und ist etwa drei Kilometer von dem Ort Ermsleben entfernt. Wie verschiedene Keramikfunde aus der Bronzezeit belegen, war das Burggelände bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt.

Die erste urkundliche Erwähnung der Konradsburg stammt aus dem Jahre 1040. Sie diente damals vermutlich dem Schutze des Reichsgutes Harz und war außerdem Stammsitz eines alten Adelsgeschlechts, welches sich nach dieser Burg benannte. Diese Edelherren von Konradsburg errichteten um das Jahr 1120 die Burg Falkenstein, in die sie anschließend übersiedelten und sich seitdem "von Falkenstein" nannten.

Etwa um das Jahr 1130 wurde die nun leerstehende Burg in ein Benediktinerkloster umgewandelt. Dessen wirtschaftlich erfolgreichste Ära lag in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Während dieser Epoche entstand auch die prachtvolle Klosterkirche. Es folgte eine Phase des Niedergangs und die Benediktiner gaben das Kloster auf. Ihnen folgten im Jahre 1476 Kartäusermönche, welche aber nicht an vergangene Blütezeiten anknüpfen konnten. Das Ende des Klosters wurde im Jahre 1525 mit dessen Plünderung und teilweiser Zerstörung im Bauerkrieg besiegelt.

In den folgenden Jahrhunderten diente die Konradsburg als Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Ab dem Jahre 1712 erfolgte eine landwirtschaftliche Nutzung des ehemaligen Klosters. Dessen Bauwerke wurden in diesem Zusammenhang erheblich ihrem ursprünglichen Zweck entfremdet. Die als Schweinestall verwendete Krypta erlitt in dieser Zeit erhebliche Schäden. Das landwirtschatliche Gut bestand bis zum Jahre 1945. Anschließend nutzten für einige Jahre Einzelbauern die Konradsburg, bevor sie für längere Zeit leer stand und zu verfallen begann. Ab dem Jahre 1982 erfolgte eine Sicherung der verbliebenen Bauten und deren Sanierung durch den späteren Förderverein Konradsburg e.V..

Auf dem Gelände der Konradsburg sind besonders die Reste der Klosterkirche sehr sehenswert. Von dieser etwa um das Jahr 1200 erbauten großen kreuzförmigen Basilika sind der Chor und die erwähnte Krypta erhalten geblieben. Diese fünfschiffige Krypta gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der spätromanischen Architektur im Harz.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind der 45 Meter tiefe Burgbrunnen mit dem in Fachwerkbauweise errichteten Brunnenhaus sowie der ehemalige Kräutergarten des Klosters. Der Brunnen stammt noch aus der Zeit der Burg. Das Wasser wurde mit Hilfe eines Eseltretrades gefördert. Diese technische Anlage war noch bis zum Jahre 1948 in Betrieb.

Seit dem Jahre 1993 ist die Konradsburg Bestandteil der "Straße der Romanik". Sie ist in unseren Tagen beliebter Austragungsort zahlreicher kultureller Veranstaltungen und volkstümlicher Feste.

 


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