Die Burgruine Susenburg

Die Burgruine Susenburg  
Blick über das Areal der einstigen Kernburg auf dem Gipfel des Burgfelsens  
Die Ruine der auch "Sausenburg" genannten Susenburg befindet sich auf einem steil über das Tal der Bode aufragenden Felssporn, welcher von diesem Fluß südwestlich von Rübeland umflossen wird. Von der einstigen Burg auf einer Höhe von 479 Metern über dem Meeresspiegel und damit rund 70 Meter über dem Flußbett der Bode sind heute keine gemauerten Überreste mehr vorhanden. Das Areal der Befestigungsanlage maß etwa 167 Meter in der Länge und 60 Meter in der Breite. Die Kernburg sicherten u.a. sieben noch in unseren Tagen nachweisbare Gräben.

Bei der Susenburg handelt es sich um eine der wohl rätselhaftesten Burganlagen im Harz. Sowohl Erbauer als auch ursprünglicher Zweck sind unbekannt. Eine urkundliche Erwähnung im eigentlichen Sinne existiert nicht. Der Name der Burg tauchte lediglich vereinzelt in diversen mittelalterlichen Inventarlisten auf. So kursieren zahlreiche widersprüchliche Angaben zu der strategisch äußerst günstig gelegenen Festungsanlage.

Ein Erklärungsversuch für den Bau der Susenburg ist der Schutz der Trogfurt zu ihrem Fuße im Tal der Bode. Diese Flußquerung gehörte zu einer bedeutenden Handels- und Heerstraße des Mittelalters. Entsprechend datieren Forscher die Errichtung der Festungsanlage in die Zeit Heinrich I., also in das frühe 10. Jahrhundert. Ob die Susenburg aber jemals vollendet wurde, ist ungewiß.

Eine Infotafel auf dem Gipfel des Burgfelsens verkündet, daß es sich bei der Susenburg möglicherweise um eine ursprünglich bereits aus vorchristlicher Zeit stammende Befestigung handelt. Eine germanische Kultstätte an diesem exponierten Standort ist durchaus vorstellbar, auch unabhängig von einer späteren Burganlage.

Der Bergfried soll außerdem im Mittelalter als Wartturm errichtet worden sein. Um das Jahr 1830 befand sich in diesem Bauwerk eine Werkstatt von Falschmünzern sowie ein Lager der entsprechenden irregulären Geldstücke. Diese Aussage steht im Gegensatz zu der Vermutung auf einer Hinweistafel an der ehemaligigen Trogfurter Brücke, wonach die Steine des Turmes im 18. Jahrhundert zum Bau ebendieser Brücke Verwendung fanden.

Sie sehen - gesicherte Fakten rund um das heute nicht mehr vorhandene Festungsbauwerk sind Mangelware. Doch den Wanderer sollte das nicht von einem Besuch dieses unzweifelhaft von Menschenhand bearbeiteten Felsens abhalten.

Seit einiger Zeit ist die Burgruine eine Station auf dem "Weg der deutschen Kaiser und Könige des Mittelalters". Auch wenn sie nicht mit altem Gemäuer dienen kann, können Sie nach dem kurzen Aufstieg von oben eine herrliche Rundumsicht auf die Umgebung genießen.

Weitere Informationen:
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