Das Grenzlandmuseum

Anzeige:
Das Grenzlandmuseum in Tettenborn  
Außenansicht des Grenzlandmuseums in Tettenborn vor dem Umzug nach Bad Sachsa  
Vier Jahrzehnte lang trennte die innerdeutsche Grenze nicht nur zwei deutsche Staaten voneinander, sondern auch zwei sich gegensätzlich gegenüberstehende Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme. Im Laufe der Zeit wurde diese Grenze, welche auch quer durch den Harz verlief, immer weiter ausgebaut und somit auch immer schwieriger zu überwinden. Doch das scheinbar so übermächtige Bollwerk verlor im November 1989 im Zuge der sog. "friedlichen Revolution" in der DDR über Nacht seine Bedeutung.

Die Menschen aus der Grenzregion waren aber nicht nur aktiv am bald folgenden Rückbau der Grenzanlagen beteiligt, sondern sicherten auch so manches historisch bedeutsame Artefakt einer endenden Epoche. Im November 1992 eröffnete am Südrand des Harzes anläßlich des dritten Jahrestages der Grenzöffnung im Dorfgemeinschaftshaus des kleinen Ortes Tettenborn, einem Stadtteil von Bad Sachsa, das sehenswerte Grenzlandmuseum. Es präsentierte Ausrüstungsgegenstände der Grenztruppen der DDR und Relikte der Grenzbefestigungsanlagen sowie Utensilien, welche bei Fluchtversuchen Verwendung fanden.

Die Ausstellungsräume erwiesen sich jedoch mit den Jahren als immer weniger für den Museumsbetrieb geeignet. Nach beinahe einem Vierteljahrhundert in Tettenborn fand das Grenzlandmuseum im Dezember 2016 in der Innenstadt von Bad Sachsa im ehemaligen Haus des Gastes direkt am Kurpark ein neues Zuhause.

Mit dem Umzug und den neuen räumlichen Möglichkeiten gingen auch kleinere konzeptionelle Veränderungen einher. Unter dem neuen Motto "Bewahren - Erinnern - Mahnen" gibt es dort nun eine dem zeitlichen historischen Ablauf folgende Dauerausstellung. Diese zeigt die Entwicklung der innerdeutschen Grenze von der Demarkationslinie mit einfachen Schlagbäumen über die Errichtung einfacher Grenzsicherungs- und überwachungsanlagen bis zur mehrfach gestaffelten Befestigung mit Minenfeldern, Signalzäunen und Stacheldraht. Dargestellt wird außerdem die Grenzöffnung und der sich anschließende Abbau der Sperranlagen. Die Dauerausstellung ergänzen obendrein diverse wechselnde Sonderausstellungen.

Das menschenverachtende System der DDR läßt sich an Hand der Exponate auch heute noch sehr anschaulich an der Art und Weise erkennen, wie es die Menschen einzusperren versuchte. Trotz einem bis zu fünf Kilometer breiten Todesstreifen, Selbstschußanlagen, mehreren Grenzzäunen, Mauern und Sperrgräben wagten es immer wieder Menschen unter Einsatz ihres Lebens, dieses Bollwerk zu überwinden. Doch nicht immer endete der Fluchtversuch in der Freiheit, sondern oft auch mit Kerkerhaft oder dem Tod der Protagonisten. Dieser Aspekt wird im Grenzlandmuseum ebenfalls präsentiert. Sie sehen dort z.B. einen originalen Heißluftballon als erschütterndes Dokument einer mißlungenen Flucht.

Alle Räume der Dauerausstellung und der Zugang zu dieser sind barrierefrei. Das Grenzlandmuseum ist im Zeitraum von März bis Dezember jeweils mittwochs und freitags von 13 bis 17 Uhr, samstags von 12 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Zu den Ferienterimnen in Niedersachsen und Thüringen gibt es zudem erweiterte Öffnungszeiten.

Die Ausstellung kann sowohl individuell als auch im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Führungen finden immer um 13:30 Uhr und 15:30 Uhr statt. Gruppen ab zehn Personen können aber nach vorheriger Absprache auch zu anderen Zeiten einen Führungstermin durch das Museum erhalten (Alle Angaben: Stand vom Mai 2017). Weitere Details zu den Öffnungszeiten sowie zu den Preisen finden Sie auf der Website des Grenzlandmuseums.

 


Anzeige:

Weitere Informationen:
Bad Sachsa | Das Grenzmuseum bei Sorge | Das DDR-Museum in Thale | Die Website des Grenzlandmuseums Bad Sachsa

In der näheren Umgebung befinden sich:
Branderode | Klettenberg | Holbach | Der Römerstein | Der Sachsenstein | Die Burgruine Sachsenstein | Walkenried | Die Zwergenlöcher

HomeInhaltsverzeichnisImpressum • Foto: fm