Die Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge

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Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge
Mahnmal am Eingang zur Gedenkstätte
In einem abgelegenen Tal ca. drei Kilometer östlich von Langenstein liegt die Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge. An diesem Ort bestand von Juli 1944 bis April 1945 ein Konzentrationslager, welches seinen Namen u.a. von einem benachbarten kleinen Berg erhielt. Im Lager befanden sich etwa 6.000 Gefangene, deren Hauptaufgabe darin bestand, in den nahegelegenen Thekenbergen ein unterirdisches Fabrikgelände zu erschaffen. Die dabei vollbrachte Arbeitsleistung war gewaltig - in nur 11 Monaten trieben die Männer ein Stollensystem mit einer Gesamtlänge von ca. 13 Kilometern, einer Höhe von etwa 8 Metern und einer Fläche von rund 67.000 m² in den Sandsteinfels hinein.

Der Preis dafür war enorm: Nach offiziellen Angaben der Lagerverwaltung kamen bei den Arbeiten 1875 Menschen ums Leben. Die wahre Anzahl dürfte aber noch deutlich darüber liegen, da in den Wirren der letzten Kriegstage die Buchführung vermutlich nicht mehr zuverlässig und vollständig war und auch die Gefangenen unerwähnt blieben, welche später an den Folgeschäden dieser Tätigkeiten und des Lageraufenthalts starben.

Am 9. April wurde das Konzentrationslager geräumt, wobei der größte - d.h. der gehfähige - Teil der Häftlinge mit den Wachmannschaften gen Osten marschierte. Im Verlauf dieser auch als "Todesmarsch" bezeichneten Absetzbewegung ließen ebenfalls sehr viele der Gefangenen ihr Leben. Nach neuesten Angaben sind im Zusammenhang mit dem Lager Langenstein-Zwieberge insgesamt etwa 4.400 Menschen gestorben.

Die unterirdische Fabrik in den Thekenbergen konnte auf Grund des Kriegsverlaufes nicht mehr fertiggestellt werden. Lediglich ein geheimes Sonderkommando des Lagers Langenstein-Zwieberge soll an einem unbekannten Ort Flugzeug- und Raketenteile montiert haben.

Im September des Jahres 1949 entstanden auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers eine Gedenkstätte und ein Mahnmal. Das dazugehörige und um die Jahrtausendwende modernisierte Museum eröffnete im Jahre 1976. Diese Erinnerungsstätten erzählen heute der Nachwelt die Geschichte der Häftlinge, welche hier einst leben, arbeiten und sterben mußten. Im Rahmen einer Führung haben Sie außerdem die Möglichkeit, ein Teilstück des Stollensystems in den Thekenbergen zu besichtigen.

 


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Weitere Informationen:
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