Der Karstwanderweg

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tiefe Felsspalte am Karstwanderweg  
Gefährlich: Tiefe Felsspalte am Wegesrand.  
Der Karstwanderweg gehört zu den attraktivsten und abwechslungsreichsten Wanderrouten im Harzgebiet. Er verläuft von Pölsfeld im Osten bis Förste im Westen durch das Südharzer Gipskarstgebiet und erfasst damit die gesamte Ausdehnung dieser einzigartigen Landschaft. Die Wege sind gut ausgeschildert und berühren eine Vielzahl der unterschiedlichsten Naturphänomene. Entlang der auf weiten Teilen nicht barrierefreien Strecke stehen zahlreiche Informationstafeln mit ausführlichen Beschreibungen der umgebenden Karsterscheinungen.

Die Südharzer Gipskarstlandschaft steht zu einem großen Teil als Biosphärenreservat "Karstlandschaft Südharz" unter besonderem Schutz. Innerhalb dieses weitläufigen Areals gibt es zahlreiche kleinere Naturschutzgebiete mit entsprechendem Wegegebot.

Was ist Karst?
Das Karstgebiet im Südharz und dem südlichen Harzvorland entstand dadurch, dass das Wasser nicht wie üblich vorwiegend oberirdisch durch Bäche und Flüsse, sondern unterirdisch ablief. Grund dafür ist die Eigenschaft der im Südharz hauptsächlich anzutreffenden Karstgesteine Gips und Dolomit, sich leicht in Wasser aufzulösen. Es bildete sich dadurch eine trockene Oberfläche, welche von unten her im Laufe der Zeit immer mehr durchlöchert wurde, da das Wasser das Karstgestein löste und wegtransportierte. Diese Prozesse halten bis in unsere Tage hinein an.

Der im Südharz in großen Mengen anzutreffende Gips ist besonders gut wasserlöslich und das Gestein weist somit hier sehr viele und große Hohlräume auf, durch welche das Wasser weit unterhalb der Erdoberfläche abfließen kann. Im Gebiet südlich des Harzes gibt es aus diesem Grund viele außergewöhnlich große Höhlen. Oft bricht nach einiger Zeit das oben liegende Deckgestein ein und es bilden sich als Erdfälle bezeichnete Einsturztrichter von Höhlen. Im Südharz wurden von diesen mehrere zehntausend Stück gezählt und pro Jahr kommen etwa 10 neue Erdfälle hinzu.

Wie der Karstwanderweg entstand
Um die geologischen Vorgänge sowie die von der Natur in vielen Jahrtausenden geformten Eigentümlichkeiten dieser malerischen Landschaft einem größeren Publikum vertraut zu machen, entstand die Idee der Anlage eines entsprechenden Themenwanderweges. Der heutige Wanderweg hatte zwei Keimzellen. Eine von diesen befand sich im damaligen Kreis Sangerhausen der DDR, wo bereits im Jahre 1982 ein Karstwanderweg im Umfeld der Heimkehle angelegt wurde. Der zweite Kristallisationskern entstand ebenfalls noch in den 1980er Jahren im Naturschutzgebiet Hainholz im damaligen niedersächsischen Landkreis Osterode.

Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wuchsen im Verlauf der 1990er Jahre beide Wege zusammen. Es entstanden außerdem über weite Strecken hinweg eine nördliche und eine südliche Route. Darüber hinaus gibt es entlang der Strecke diverse Abzweige und kleinere Rundwanderwege.

Der Weg heute
Heute weist der Karstwanderweg eine Länge von insgesamt mehr als 230 Kilometern auf. Unterwegs treffen Sie auf unzählige natürliche Attraktionen in Form zahlreiche Karstphänomene wie z.B. Wiesensenken (Dolinen), Erdfälle, Spalten, Höhlen und Karstquellen. Der Weg berührt aber auch eine Vielzahl historisch bedeutsamer Orte wie Schlösser, Burgruinen, Relikte der Bergbautätigkeit und Wüstungen.
Ein Blick in die Zukunft
Das Südharzer Gipskarstgebiet ist eine Landschaft in Bewegung. Sie unterliegt einer ständigen Veränderung in geologisch sehr kurzen Zeiträumen. Dieser Umstand wirkt sich auch auf den Karstwanderweg aus. Die Naturattraktionen am Wegesrand wechseln mit der Zeit ihr Antlitz. Von dieser hohen Dynamik wird im Verlauf der nächsten Jahrzehnte vermutlich auch der Wegverlauf selbst ebenfalls betroffen sein.
Besondere Attraktionen am Karstwanderweg
Wer nicht die Möglichkeit hat, dem gesamten Verlauf des Karstwanderweges zu folgen, sollte dennoch wenigstens einigen der bedeutsamsten Karsterscheinungen einen Besuch abstatten. Zu diesen besonderen Naturwundern gehören z.B. der Bauerngraben - ein nur zeitweilig mit Wasser gefüllter See, die Heimkehle - die größte Gipshöhle Europas, die Zwergenlöcher, die Einhornhöhle bei Scharzfeld, die Rhumequelle - eine Karstquelle mit bis zu 5.000 Litern Wasser pro Sekunde und damit die drittgrößte Quelle in Europa.

 


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Sehenswürdigkeiten am Karstwanderweg:

Seen und Teiche:
Der Bauerngraben (periodischer See) | Der Beberteich | Die Erdfallseen bei Liebenrode | Der Igelsumpf | Der Jues-See | Der Mühlenteich in Förste | Der Pferdeteich | Der Tanzteich | Das Teufelsloch | Der Wiedensee

Burgruinen:
Die Burgruine Grillenburg | Die Burgruine Lichtenstein | Die Burgruine Questenburg | Die Burgruine Sachsenstein | Die Burgruine Scharzfels

Naturschutzgebiete:
Das Naturschutzgebiet Hainholz | Das Naturschutzgebiet "Itelteich" | Das Naturschutzgebiet "Priorteich - Sachsenstein" | Das Naturschutzgebiet "Teufelsbäder"

Höhlen:
Die Barbarossahöhle | Die Einhornhöhle | Die Heimkehle | Die Kelle | Die Lichtensteinhöhle | Die Steinkirche

Berge und Felsen:
Der Alte Stolberg | Der Höllstein | Der Römerstein | Der Stauffenbüttel | Die Westersteine

Weitere Attraktionen am Wegesrand:
Die Abraumhalde "Hohe Linde" | Der Hellengrund | Die Rhumequelle | Das Bergbaumuseum und Schaubergwerk Röhrigschacht | Die Gedenkstätte Mittelbau-Dora | Die Rüdigsdorfer Schweiz | Die Salza-Quelle | Die Zwergenlöcher

Weitere Informationen:
Wandern im Harz | Begriffserklärungen zu Karsterscheinungen | Pölsfeld | Webseite des Karstwanderweges (www.karstwanderweg.de)

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