Die Spitzkegelhalde "Hohe Linde" bei Sangerhausen

Die Abraumhalde Hohe Linde  
Blick von Westen auf die Spitzkegelhalde "Hohe Linde"  
Am nördlichen Stadtrand von Sangerhausen ragt ein weithin sichtbarer, kahler und pyramidenförmiger Berg in den Himmel des südlichen Harzvorlandes. Es handelt sich um die Spitzkegelhalde "Hohe Linde" - ein eindrucksvolles Industriedenkmal und inzwischen auch eines der Wahrzeichen der Stadt. Die Halde ist von vielen Stellen des Sangerhäuser Stadtgebietes aus sehr gut zu sehen.

Die Abraumhalde "Hohe Linde" stellt ein markantes Relikt des Kupferschieferbergbaus in Sangerhausen dar. Innerhalb von nur 35 Jahren entstand dieser rund 144 Meter hohe künstliche Berg aus dem tauben Gestein des Thomas-Müntzer-Schachtes. Das in diesem Zeitraum im Zuge des Erzabbaus ebenfalls aus dem Inneren der Erde ans Tageslicht beförderte unbrauchbare Material gelangte auf diese Halde. Es wiegt ca. 20 Millionen Tonnen und bedeckt eine Fläche von etwa 13 Hektar, was etwa dem Ausmaß des Rosariums in Sangerhausen entspricht. Neben der Halde auf der Hohen Linde würde selbst die Cheopspyramide klein aussehen.

Einst war die Spitzkegelhalde durch eine etwa 900 Meter lange Seilbahn mit dem Kupferbergwerk verbunden. Am Fuß der Halde wurde das Gestein dem Höhenförderer übergeben, welcher es auf dem Gipfel abkippte. Die Seilbahn nahm am 22. Dezember 1955 erstmalig ihren Betrieb auf, welcher erst mit der Einstellung des Bergbaus in Sangerhausen im August 1990 für immer endete. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre erfolgte die Demontage der Seilbahn, des Höhenförderers sowie diverser weiterer Betriebsgebäude an der Halde.

Der Haldenkegel stellt auch heute noch keine kompakte Masse dar. Zwischen den unzähligen großen und kleinen Steinen gibt es sehr viele kleine und kleinste Hohlräume. Im Abraummaterial der Spitzkegelhalde auf der Hohen Linde befinden sich außerdem zahlreiche Fossilien.

Das Betreten des Haldengeländes ist aus Sicherheitsgründen verboten. Zweimal im Jahr wird aber die Abraumhalde für interessierte Besucher zum Erklimmen freigegeben. Dann können Sie den rund 340 Meter langen Weg entlang der einstigen Förderstrecke bis zum Gipfel in luftiger Höhe hinaufsteigen. Von dort oben, beinahe 150 Meter über dem Niveau der Umgebung, haben Sie eine herrliche und unvergleichliche Rundumsicht. Zu sehen sind u.a. die nahen Harzberge, große Teile des südlichen Harzvorlandes, der Kyffhäuser und die Stadt Sangerhausen. Bei guter Fernsicht reicht der Blick weit in das Mansfelder Land und den Norden Thüringens hinein.

Weitere Informationen:
Bilder von der Spitzkegelhalde "Hohe Linde" | Bilder vom Aufstieg auf die "Hohe Linde" | Haldenaufstiege im Mansfelder Land | Sangerhausen | Der Stadtplan von Sangerhausen | Der Bergbau im Mansfelder Land

In der näheren Umgebung befinden sich:
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HARZLIFE.TV-Video:
Der Haldenaufstieg auf die "Hohe Linde"



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