Riestedt

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Die St.-Wigberti-Kirche in Riestedt
Der untere Teil des Turmes der Riestedter St.-Wigberti-Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert.
Riestedt liegt im südöstlichen Harzvorland ca. fünf Kilometer nordöstlich von Sangerhausen. Die Siedlung mit etwa 1400 Einwohnern befindet sich am Schnittpunkt zweier historischer Handelsstraßen. Noch heute treffen am östlichen Ortsrand die beiden wichtigen Bundesstraßen 80 und 86 aufeinander.

Der Standort des heutigen Ortes war schon während der Jungsteinzeit besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt bereits aus dem Jahre 772. Damit ist Riestedt einer der ältesten Orte der Region. Zu dieser Zeit bestand hier eine Missionskirche fränkischer Christen als äußerster Vorposten in dem damals noch weitestgehend germanischen Siedlungsraum. Nahe dieser St.-Wigberti-Kirche wurde ebenfalls in dieser Epoche eine Burganlage errichtet. Eine zweite Festung in Form einer Wasserburg entstand in der Nähe am Rande eines großen Sumpfgebietes. An diese wasserdurchtränkte Landschaft erinnert uns noch heute der Name des Ortes, welcher sinngemäß etwa "Stätte am Sumpf" bedeutet. Das Feuchtgebiet wurde im 12. Jahrhundert trockengelegt.

Zunächst lebten die Bewohner von Riestedt von Landwirtschaft, Handel und Handwerk, später auch vom Bergbau. Gefördert wurden in den mehr als 200 verschiedenen Schächten im Umfeld des Ortes hauptsächlich Kohle und Eisenerz.

Schwere Verwüstungen, Plünderungen sowie eine Pestepidemie brachte der Dreißigjährige Krieg über Riestedt. Zum Ende dieses grausamen multinationalen Konfliktes war der Ort fast vollständig entvölkert.

Seit der Mitte des 18. Jahrhundets nutzte man im Ort eine eisenhaltige Mineralquelle. Riestedt wurde in der Folge zum Badeort erhoben. Eine Kurpromenade entstand sowie entsprechende weitere Einrichtungen für die zahlreicher werdenden Gäste. Diese hoffnungsvolle Entwicklung endete im Jahre 1837 abrupt, als im Kohlebergbau östlich des Ortes die eisenhaltige Wasserader angeschnitten wurde, woraufhin die Mineralquelle versiegte.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts endete auch die Bergbautätigkeit. Die Bevölkerung von Riestedt ernährte sich nun wieder vom Handwerk und den Produkten der Landwirtschaft.

In unseren Tagen stellt die bereits erwähnte St.-Wigberti-Kirche das markanteste Bauwerk in Riestedt dar. Das Gotteshaus steht im historischen Siedlungskern und ist gleichzeitig das älteste Gebäude des Ortes. Von den beiden Burgen haben sich nur wenige Reste erhalten. Aus der Bergbauzeit sind in Ortsnähe noch verschiedene Abschnitte von Wassergräben vorhanden.

Dank seiner hervorragenden Verkehrsanbindung mit zwei Bundesstraßen und einer bedeutenden Eisenbahntrasse (ehemalige "Kanonenbahn") ist Riestedt ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in den östlichen Unterharz, das südöstliche Harzvorland und vor allem in die nahe Stadt Sangerhausen.

 


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Weitere Informationen:
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